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Schulsozialarbeit an Gymnasien vor dem Aus?


Ratsmitgliedes Rudolf Ordon (FDP) äußert sein Unverständnis über die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates. Foto: Archiv
Ratsmitgliedes Rudolf Ordon (FDP) äußert sein Unverständnis über die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates. Foto: Archiv Foto: Anke Donner)

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20.12.2015




Wolfenbüttel. Die Gruppe FDP/Piraten im Rat der Stadt Wolfenbüttel hatte beantragt, dass die Stadt die Finanzierung der Sozialpädagogen übernehmen solle, da deren Stellen im Frühjahr nächsten Jahres auslaufen (regionalWolfenbüttel.de). Bislang hatte der Landkreis die Sozialpädagogen angestellt. Der Stadtrat sprach sich kürzlich allerdings gegen eine alleinige Finanzierung der Stellen aus. Unsere Redaktion erreichte diesbezüglich eine Pressemitteilung des Ratsmitgliedes Rudolf Ordon (FDP), die an dieser Stelle unkommentiert und ungekürzt veröffentlicht wird:



Schulsozialarbeit an Gymnasien vor dem Aus?

Mit den Stimmen von SPD und CDU hat der Rat der Stadt Wolfenbüttel am Mittwoch den Antrag der Gruppe FDP/Die Piraten abgelehnt, die Schulsozialpädagogen der drei Wolfenbütteler Gymnasien nach dem Auslaufen ihrer Verträge vom Landkreis zu übernehmen. FDP-Ratsherr Rudolf Ordon hält das für eine nicht nachvollziehbare Entscheidung, die das Ende der wichtigen Schulsozialarbeit bedeuten könnte. „Hier nimmt die große Ratskoalition unseren Schülern die Möglichkeit, mit vertrauten Personen, die in das Schulleben integriert sind, persönliche und schulische Probleme zu besprechen und zu lösen.“
Vor vier Jahren hatte sich das Wolfenbütteler Jugendparlament mit seiner Idee „Schulsozialpädagogen auch an Gymnasien“ an die Wolfenbütteler Ratsfraktionen gewandt und war damit auf breite Zustimmung gestoßen. Da die Stadt Wolfenbüttel hierfür formal nicht zuständig war, wurden die Jugendlichen an den Landkreis Wolfenbüttel verwiesen, der dann das Projekt für zunächst drei Jahre finanzierte. Die für November 2015 vorgesehene Entscheidung über eine Verlängerung vertagte der Landkreis auf den März 2016, signalisierte aber in Vorgesprächen, dass er sowohl eine weitere vollständige Finanzierung als auch eine gemeinsame Finanzierung mit der Stadt Wolfenbüttel ablehnen werde. Um den Schülern, den beteiligten Schulen und den Sozialpädagoginnen die Zukunft zu sichern, hatte die Gruppe FDP/Die Piraten den Antrag, unterstützt von Bündnis 90/Die Grünen, in die Beratungen gegeben.
Rudolf Ordon hält das Argument der rot-schwarzen Mehrheit, die Einstellung von Schulsozialpädagogen sei keine originäre Aufgabe der Stadt, zwar für formal korrekt, aber für nicht nachvollziehbar und widersprüchlich. Im Haushalt 2016 gebe es eine Vielzahl von Ausgaben, die die Stadt freiwillig leiste. So übernehme die Stadt anteilige Personalkosten für das AHA-Museum, sie finanziere eine Stelle für den Entrepreneurship Campus zur Wirtschaftsförderung, sie bezuschusse das Übergangsmanagement Schule-Beruf und gebe jährlich 30.000€ für ein Rockbüro aus. Schulsozialarbeit sei Vertrauensarbeit, dieses Vertrauen der Schüler und ihrer Eltern hätten sich die Schulsozialpädagoginnen in den vergangenen drei Jahren erarbeitet. Nun drohe das Aus dieser so wichtigen Arbeit.



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