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Sigmar Gabriel wird zum Ehrenbürger von Goslar ernannt



Goslar

Sigmar Gabriel wird zum Ehrenbürger von Goslar ernannt

von Alexander Panknin


Heute zeigt die Stadt Goslar ihm ihren großen Dank: Sigmar Gabriel. Fotos: Nick Wenkel
Heute zeigt die Stadt Goslar ihm ihren großen Dank: Sigmar Gabriel. Fotos: Nick Wenkel

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Goslar. Nach langer Vorbereitung ist es am heutigen Freitagabend nun soweit. Die Stadt Goslar verleiht Sigmar Gabriel die Ehrenbürgerschaft. Unzählige Gäste kommen in die Kaiserpfalz und feiern den Mann, der sich noch immer mit seiner Region verbunden fühlt - obgleich ihn seine politische Arbeit schon weit hinaus in die Welt getragen hat.



Dies lobt auch Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk in seiner Rede: "Gabriel hat Spuren in der Stadt Goslar hinterlassen." Er habedie Stadt in keiner Zeit aus den Augen verloren. Ein Zitat sei Junk besonders im Kopf geblieben: "Wenn ich das Goslarer Ortsschild sehe, sind alle Berliner Sorgen weit weg." Dies scheint auch bezeichnend für Gabriels große Verbundenheit mit seiner Geburtsstadt.

Viele bekannte Persönlichkeiten und politischen Größen stehen beim heutigen Ehrentag auf der Gästeliste. Unter anderem hielt auch BundespräsidentFrank-Walter Steinmeier (ebenfalls SPD) eine Rede auf Gabriel und gab einen Überblick über seinen politischen Werdegang.

Steinmeier's Laudatio


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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht über Parteigenossen Sigmar Gabriel. Foto: Archiv



Der amtierende Bundespräsident dankte dem Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk für diese Verleihung, da es Gabriel mit seinem Engagement mehr als verdient habe. Dass jemand seinem Heimatort trotz seines Werdegang so verbunden bleibt, würde es nicht mehr oft geben.



In Hinblick auf seine politische Vergangenheit kommentiert Steinmeier: "Er war ein politsicher Unruheherd, der immer unter Feuer stand". Zeitungen hätten deswegen häufig geschrieben, dass Steinmeier und Gabriel nicht einer Meinung seien. Aber nie hätten sie geschrieben, dass der Respekt füreinander auch nicht im Streit verloren ging.Dies sei gerade im heutigen politischen Geschehen allerdings leider oft der Fall.

Gabriel als Ehrenbürger


Das Ehrenbürgerrecht isthöchste Auszeichnung, die eine Stadt oder Gemeinde verleihen kann, an Personen, die sich um die Gemeinde besonders verdient gemacht haben.Man solle mit der Verleihung nicht inflationär umgehen, das Ehrenbürgerrecht aber vergeben, wenn es angemessen ist. Und dies sei im Fall von Sigmar Gabriel angemessen und angezeigt, begründete Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk bereits im Vorfeld, Gabriel die Auszeichnung zu verleihen. Gabriel habe viel mehr für seine Heimatstadt Goslar getan, als es seine Pflicht gewesen wäre. „Wo würde Goslar heute stehen, wenn er sich nicht vielfach für die Belange und die Entwicklung der Stadt eingesetzt hätte?“, so Junk weiter. Die Stadt sei ihm ein ehrliches Dankeschön schuldig.Und genau dies soll er am heutigen Freitagerhalten.

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Von links: Dr. Oliver Junk, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel, Bundesminister Hubertus Heil, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Martin Schulz. Foto:


Gabriel gerührt über die Ernennung


"Ich gebe zu, es ist ein sehr bewegender Moment", kommentiert Sigmar Gabriel die offizielle Ernennung als Ehrenbürger der Stadt Goslar.

"Goslar ist meine Heimat und dieses Wort hat eine sehr Große Bedeutung für mich.Gerade in einer zeit in der sich alles zu verändern scheint, gibt es auch die Sehnsucht von Menschen, sicheren Grund unter den Füßen zu haben. Ich danke allen in der Stadt, dass sie „Heimat“ schaffen", beginnt er seine Dankesrede.

Über seinen Werdegang scheint er selbst überrascht: "Wenn sie meiner Mutter das prophezeit hätten, wäre sie wohl vor Lachen nicht in den Schlaf gekommen. Oft war sie sich nicht sicher, ob zwischen meinen Besuchen auf dem Bolzplatz auch noch Zeit für die Schule sei."

"Ich danke den Ratsmitgliedern von SPD, CDU, Grünen, FDP und Bürgerliste, dass sie dieser Entscheidung gefolgt sind. Und der AfD danke ich, dass sie es nicht getan haben." (Die AfD-Fraktion hatte im Rat gegen seine Ernennung gestimmt.)

Bei tobendem Applaus verließ Gabriel nach seiner Dankesrede an Freunde, Familie, Weggefährten und politischen Rivalen die Bühne in der Kaiserpfalz, mit seiner Tochter auf dem Arm.

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Sigmar Gabriel mit seinem langjährigen Freund Peter Maffay. Foto:


Lebenslauf von Sigmar Gabriel


Die verschiedenen Stationen von Sigmar Gabriel noch einmal aufgeführt:

  • geboren am 12. September 1959 in Goslar

  • Besuch der Realschule Hoher Weg, Abschluss mittlere Reife

  • 1979 Abitur am Ratsgymnasium Goslar

  • danach freiwillige zweijährige Bundeswehrzeit

  • 1977 Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD)

  • 1982 bis 1987 Studium der Germanistik, Soziologie und Politik auf Gymnasiallehramt an der Universität Göttingen

  • Referendariatszeit am Goslarer Christian-von-Dohm Gymnasium

  • 1987 Zweites Staatsexamen

  • bis 1990 Lehrtätigkeit im Bereich der Erwachsenenbildung beim Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschulen

  • 1987 bis 1998 Kreistagsabgeordneter des Landkreises Goslar

  • 1991 bis 1999 Ratsherr der Stadt Goslar

  • 1990 bis2005 Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag

  • 1994 bis1997 innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Niedersachsen

  • 1997 bis1998 stellvertretender Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion

  • 1998 Wahl zum Fraktionsvorsitzenden

  • 1999 bis2003 Niedersächsischer Ministerpräsident

  • seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages

  • 2005 bis2009 Bundesumweltminister

  • 2009 bis2017 Bundesvorsitzender der SPD

  • 2013 bis2017 Bundesminister für Wirtschaft und Energie

  • 2013 bis2018 Vizekanzler

  • 2017 bis2018 Bundesaußenminister


Was Gabriel für Goslar getan hat


Die tiefe Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Goslar habestets das politische und persönliche Wirken Sigmar Gabriels bestimmt. Mit seinem besonderen Engagement habe er bleibende Spuren in der Stadt hinterlassen. In der Begründung zu seiner Ehrenbürgerschaft führte die Verwaltung folgende Verdienste auf:

  • Beispielhaft führte die Verwaltung im Vorfeld folgende Punkte an, als es um eine mögliche Ehrenbürgerschaft Gabriels ging:

  • die Fortsetzung der Städtebausanierung in Oker und der Beginn der Aufbereitung der Räumaschehalden

  • das bis heute wirksame gemeinsame Programm zur Altlastensanierung von Preussag/TUI, Harzmetall und Land Niedersachsen in Oker

  • die Realisierung von Jugendzentren

  • die Einführung der "Verlässlichen" Grundschule in Goslar

  • die Förderung weiterer sozialer Einrichtungen wie Alten- und Pflegeeinrichtungen, Werkhof, Drogenberatungsstelle oder Obdachlosenhilfe

  • die Realisierung wichtiger Infrastrukturprojekte wie die Anbindung der Gewerbegebiete Baßgeige, Jerstedt und Gutenbergstraße an die Bundes- und Landesstraßen

  • Landesbürgschaften und Fördermittel zur Sicherung Goslarer Unternehmen

  • Ansiedlung und Ausbau von Unternehmen sowie Sicherung von Arbeitsplätzen

  • die Umsetzung erfolgreicher Initiativen für zusätzliche Ausbildungsplätze in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit

  • die Aufnahme des Goslarer Kreiskrankenhaus in die Landesförderung, Modernisierung der Intensivmedizin und Realisierung des ersten großen Anbaus

  • die Modernisierung des Kurhauses Hahnenklee mit über 2 Mio. Euro Landesförderung

  • die Sanierung des Huldigungssaales im Rathaus und der Aula Regis in der Kaiserpfalz

  • die institutionelle Förderung des Weltkulturerbes Rammelsberg mit 2,1 Mio. DM jährlich

  • die Aufnahme als Projekt der Weltausstellung EXPO 2000

  • die Förderung der aktuellen Großprojekte Sanierung Rathaus, Wallanlagen sowie Umbau Kulturmarktplatz


Bisherige Ehrenbürger in Goslar



  • Walther Adam

  • Otto Fricke

  • Georg von Garßen

  • Carl Reuß

  • Hans-Joachim Tessner


Lesen Sie auch:


https://regionalgoslar.de/promi-auflauf-sie-alle-feierten-mit-ehrenbuerger-sigmar-gabriel/


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