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Ultraschall-Tracking: Android-Nutzer durch Apps überwacht

von Nick Wenkel


regionalHeute.de sprach mit Professor Dr. Andreas Rieck von der Technische Universität Braunschweig. Foto: TU Braunschweig/Archiv
regionalHeute.de sprach mit Professor Dr. Andreas Rieck von der Technische Universität Braunschweig. Foto: TU Braunschweig/Archiv Foto: TU Braunschweig/Archiv

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10.05.2017

Braunschweig. Werden Android-Nutzer durch ihre Apps überwacht? Dieser Frage widmete sich Professor Dr. Andreas Rieck mit seinem Forschungs-Team an der TU Braunschweig. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass über 230 Apps heimlich nach Ultraschall-Signalen lauschen.



Die Technologie sei nicht neu und ist in Fachkreisen seit Längerem bekannt, betont Professor Dr. Konrad Rieck. Kleine Datensequenzen im Ultraschallbereich zwischen 18 und 20 Kilohertz würden von einer App über das Mikrofon des Smartphones empfangen. Die App sende dann über das Internet bestimmte Daten zurück. Auf diese Weise könne beispielsweise der Standort bestimmt werden. Bislang wurde diese Technologie nur von Shopping-Apps genutzt, die dann standortbezogene Rabattangebote auf das Handy schicken konnten. Versteckt in Fernsehwerbung oder Videos können aber auch Daten über Nutzergewohnheiten und Vorlieben abgefischt werden. Je nachdem, was der Nutzer einer App erlaubt, werden auch zusätzliche Daten übertragen, die zu einem Profil kombiniert werden können.

Über 230 Apps entdeckt



Professor Dr. Konrad Rieck, Institut für Systemsicherheit der TU Braunschweig. Foto: TU Braunschweig



Rieck und sein Forschungs-Team haben bei den Untersuchungenim letzten Jahr über 230 Android-Anwendungen für den südasiatischen Markt entdeckt, die heimlich nach Ultraschall-Signalen lauschen. Ob und wo diese Signale ausgestrahlt wurden, lasse sich jedoch nur schwer ermitteln. In ihrerStudie konnten sie aber keine verdächtigen Ultraschall-Signale in Fernsehsendungen aus sieben Ländern, darunter auch Deutschland, finden. Das Unternehmen hinter der Technologie, SilverPush, habe sich inzwischen zurückgezogen, erklärt Professor Rieck. So sollte vermutlich keine Gefahr von den entdeckten Anwendungen mehr ausgehe.

So kann man sich schützen


Grundsätzlich sollte man bei Smartphone-Anwendungen immer prüfen, welche Rechte sie anfordern. Die Aufnahme von Ultraschall-Signalen sei nämlich nur möglich, wenn die Anwendung Zugriff auf das Mikrofon bekommt. Hier sollte man als Nutzer kritisch hinterfragen, ob die angeforderten Rechte mit dem eigentlichen Zweck einer Anwendung übereinstimmen, betont Rieck. Im Zweifelsfall sollte man eine Anwendung lieber nicht installieren und nach Alternativen suchen.

Sonstige Datenschutzprobleme


„Vermutlich schlummert noch eine ganze Reihe von Datenschutzproblemen in unseren Smartphones", so Professor Rieck. Es befänden sich viele persönliche Daten auf diesen Geräten, wie Fotos, Termine, Emails und Bewegungsdaten, die nicht in falsche Hände gelangen sollten. Diese Informationen ließen sich gut verkaufen und so sollte es einen immer misstrauisch machen, wenn Anwendungen ungewöhnlich viele Rechte benötigen oder andere persönliche Daten aufzeichnen möchten. Eine gesunde Portion Skepsis könne im digitalen Zeitalter nicht schaden.


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