Wolfenbüttel. Elternvertreter nutzten die Ratssitzung vor knapp zwei Wochen, um ihre Sorgen vorzutragen. Während der Einwohnerfragestunde erklärten sie, dass sie Tempo 50 auf der Elbinger Straße für zu gefährlich hielten und forderten eine 30er-Zone. Nun übergab die Elterninitiative eine Unterschriftenliste an die Stadt Wolfenbüttel, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.
171 Unterschriften mit der Forderung zur Einrichtung einer Tempo-30-Zone vor der neue Kita St. Ansgar, wurden an den zuständigen Dezernenten und Ersten Stadtrat, Thorsten Drahn überreicht. In der angrenzenden Elbinger Straße ist momentan Tempo 50. Die Elterninitiative bemängelt bei der Stadt Wolfenbüttel, ob die Geschwindigkeitsreduzierung schlichtweg vergessen wurde. Schließlich habe die Stadt Wolfenbüttel im September 2024 beschlossen, vor allen KiTas Tempo 30 einzurichten, heißt es in einer Pressemitteilung der Elterninitiative.
Unterschriften vor Ort übergeben
Bei einem Ortstermin wurden die Unterschriften übergeben. Gemeinsam mit der Leiterin der Kita St. Ansgar, der Leiterin des Familienzentrums sowie den Elternvertreterinnen Saskia Bermbach, Rebecca Enderlein, Max Hecker und Sarah Saadeh habe sich Drahn einen Eindruck von der Verkehrssituation verschafft.
„Manche Eltern haben mehrere Kinder in Krippe und Kindergarten. Da reichen die Hände zum Festhalten oft gar nicht aus“, sagte Kitaleiterin Kathrin Rolletschek im Gespräch mit Drahn. Es könne passieren, dass Kinder eigenständig auf die stark befahrene Straße laufen. Ziel sei es, frühzeitig zu handeln und nicht erst nach einem vermeidbaren Unfall zu reagieren. Elternvertreterin Rebecca Enderlein ergänzte: „Weder Eltern noch Autofahrer würden ihres Lebens wieder froh. Soweit sollte es gar nicht erst kommen.“
Thorsten Drahn hörte sich die vorgetragenen Argumente an, verwies jedoch auf die für die Stadt Wolfenbüttel bindenden rechtlichen Vorgaben und Prüfmaßstäbe, die wenig Spielraum ließen. Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 werde grundsätzlich im Rahmen einer Einzelfallprüfung vorgenommen – auch im Umfeld von Kindertagesstätten, Schulen oder Pflegeeinrichtungen. Die Stadt werde nun prüfen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine entsprechende Anordnung erfüllt seien. Eine Rückmeldung stellte der Ordnungsdezernent zeitnah in Aussicht. Unklar sei jedoch, welches Prüfverfahren hier zugrunde gelegt wird, obwohl die Tempo 30 Regelung vor KiTas eine beschlossene Sache sei.
Die Elterninitiative hofft nun, dass bis zum Beginn des KiTa-Jahres 2026/27 eine Lösung gefunden wird, damit die Kinder den Neubau der Kita St. Ansgar künftig auf einem noch sichereren Weg erreichen können.


