Parkfrust am Fümmelsee: Stadt und Verein suchen nach Lösungen

Stadt und WSV haben sich zu einem Gespräch getroffen. Gemeinsam will man an Lösungen für die Park- und Verkehrssituation am Fümmelsee arbeiten.

Stadt und WSV wollen gemeinsam an Lösungen für die Park- und Verkehrssituation am Fümmelsee arbeiten.
Stadt und WSV wollen gemeinsam an Lösungen für die Park- und Verkehrssituation am Fümmelsee arbeiten. | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. Die Diskussion um die Parksituation am Natur- und Familienbad Fümmelsee hat in den vergangenen Tagen viele Reaktionen ausgelöst. Die Stadt Wolfenbüttel und der Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921 wollen die unterschiedlichen Sichtweisen ernst nehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten, die sowohl der Verkehrssicherheit als auch den Bedürfnissen der Badegäste gerecht werden, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.



Bereits Anfang August trafen sich Bürgermeister Ivica Lukanic und der WSV-Vorsitzende Leon Bischoff zu einem ausführlichen Gespräch über die Situation vor Ort. Dabei seien konkrete kurz-, mittel- und langfristige Prüfrichtungen für eine Verbesserung der Park- und Verkehrssituation vereinbart worden. Die fachliche Bearbeitung werde gemeinsam mit dem zuständigen Dezernat unter Leitung des Ersten Stadtrates Thorsten Drahn fortgesetzt.

Verständnis für den Ärger – Verkehrssicherheit bleibt entscheidend


Die Stadt könne nachvollziehen, dass die am 30. Juli ausgesprochenen Verwarnungen bei vielen Badegästen für Unmut gesorgt haben. Die betreffenden Bereiche wurden über einen langen Zeitraum von Besucherinnen und Besuchern des Fümmelsees zum Abstellen ihrer Fahrzeuge genutzt. Für viele Betroffene kam die Ahndung deshalb überraschend, heißt es weiter.

WSV-Vorsitzender Leon Bischoff sprach mit Bürgermeister Ivica Lukanic und Erstem Stadtrat Thorsten Drahn aber die Parkplatzsituation am Fümmelsee. Gemeinsam wurde nach Lösungen gesucht.
WSV-Vorsitzender Leon Bischoff sprach mit Bürgermeister Ivica Lukanic und Erstem Stadtrat Thorsten Drahn aber die Parkplatzsituation am Fümmelsee. Gemeinsam wurde nach Lösungen gesucht. Foto: Stadt Wolfenbüttel


Gleichzeitig habe am 30. Juli eine sicherheitsrelevante Verkehrssituation bestanden. Fahrzeuge seien auf beiden Seiten der Landesstraße und teilweise im Kurvenbereich abgestellt worden. Dadurch sei die Fahrbahn erheblich eingeengt gewesen. Hinzu kam, dass sich die Situation in einem Straßenabschnitt mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h befindet und auch die Nutzung der Bushaltestellen beeinträchtigt wurde.

Erster Stadtrat Thorsten Drahn erklärt dazu: „Ich kann den Ärger der betroffenen Badegäste nachvollziehen. Gleichzeitig müssen wir auch die konkrete Situation betrachten, die der Ordnungsdienst an diesem Tag vorgefunden hat. Wenn Fahrbahn, Kurvenbereich und Bushaltestellen in einem solchen Umfang beeinträchtigt sind, kann die Verkehrssicherheit nicht außer Acht gelassen werden. Entscheidend ist für uns jetzt, gemeinsam dafür zu sorgen, dass solche Situationen künftig möglichst gar nicht erst entstehen.“

Querungsmöglichkeit bereits seit März in Prüfung


Die Verbesserung der Verkehrssituation am Fümmelsee beschäftige Stadt und Verein bereits unabhängig von der aktuellen Diskussion. Bereits am 4. März 2026 hatte der WSV gegenüber der Stadt insbesondere den Wunsch nach einer sicheren Querungsmöglichkeit im Bereich der Bushaltestelle an der Landesstraße vorgetragen. Dies stehe auch im Zusammenhang mit dem Engagement des Vereins im Ganztagsschulbetrieb. Die Verwaltung habe daraufhin eine entsprechende Prüfung angestoßen.

Da sich der betreffende Abschnitt der Landesstraße nicht in der Straßenbaulast der Stadt Wolfenbüttel befinde, könne eine solche Maßnahme nicht allein durch die Stadt umgesetzt werden. Notwendig seien Abstimmungen unter anderem mit dem zuständigen Straßenbaulastträger sowie weiteren Verkehrsbehörden. Diese Prüfung benötige deshalb entsprechende Zeit, erklärt die Verwaltung.

Die aktuell öffentlich angesprochenen Prüfaufträge überschneiden sich damit in wesentlichen Punkten mit bereits laufenden beziehungsweise am 2. August zwischen Stadt und WSV vereinbarten Prüfungen.

Mehrere Lösungswege werden untersucht


Im Gespräch Anfang August hätten Bürgermeister Ivica Lukanic und der WSV-Vorsitzende Leon Bischoff mehrere mögliche Ansätze erörtert. Dabei handele es sich ausdrücklich um Prüfrichtungen und noch nicht um beschlossene Maßnahmen. Kurzfristig werde untersucht, ob während besonders besucherstarker Zeiten zusätzliche saisonale Stellplatzmöglichkeiten im Umfeld des Fümmelsees geschaffen werden können.

Mittel- bis langfristig sollen die straßen- und verkehrsrechtlichen Möglichkeiten im Bereich der Landesstraße einschließlich einer sicheren Fußgängerquerung näher betrachtet werden. Dazu gehört auch die Frage, welche zusätzlichen Handlungsspielräume sich durch eine veränderte straßenrechtliche Einordnung des betreffenden Abschnitts ergeben könnten. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob westlich des WSV-Geländes im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Sport- und Freizeitangebote langfristig zusätzliche und dauerhaft nutzbare Stellplatzmöglichkeiten geschaffen werden können.

ÖPNV einbinden


Ein weiterer Ansatz betrifft den öffentlichen Nahverkehr. Stadt und Verein wollen prüfen, ob ein gemeinsames Modell aus Eintritt und vergünstigter Busnutzung entwickelt werden kann, das insbesondere für Familien attraktiv ist und an stark frequentierten Tagen zugleich den Pkw-Verkehr reduziert. Für die weitere Planung sollen zudem belastbare Daten über Besucherzahlen, Verkehrsmittelwahl, Pkw-Auslastung und den tatsächlichen Stellplatzbedarf gewonnen werden.

Bürgermeister Ivica Lukanic und WSV-Vorsitzender Leon Bischoff erklären gemeinsam: „Uns geht es nicht darum, die Diskussion weiter zuzuspitzen oder unterschiedliche Interessen gegeneinanderzustellen. Der Ärger vieler Badegäste ist nachvollziehbar, genauso ernst nehmen wir aber die Anforderungen an die Verkehrssicherheit. Unser gemeinsames Ziel ist eine Lösung, mit der die Menschen den Fümmelsee sicher und möglichst unkompliziert erreichen können – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus und mit dem Auto. Dafür haben wir bereits konkrete Prüfrichtungen vereinbart. Jetzt müssen diese fachlich und rechtlich sorgfältig untersucht werden. Sobald belastbare Ergebnisse vorliegen, werden Stadt und WSV sie gemeinsam vorstellen.“

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