eSport in Wolfenbüttel? Stadt soll eigenes kommunales Angebot prüfen

eSport könne insbesondere Menschen erreichen, die in klassischen Sportvereinen bisher nicht aktiv sind, meint die Ratsgruppe Bündnis 90 / Die Grünen • Die PARTEI.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Wolfenbüttel. In Wolfenbüttel soll ein Pilotprojekt zur Einführung eines kommunalen eSport-Angebots gestartet werden. Ein entsprechender Antrag der Ratsgruppe Bündnis 90 / Die Grünen • Die PARTEI fand kürzlich im städtischen Sportausschuss eine mehrheitliche Beschlussempfehlung. Auch die Verwaltung bewertete den Vorstoß positiv. Die Entscheidung fällt am 1. Juni im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss.



Ziel des Projekts soll es sein, jungen Menschen ab 14 Jahren ein inklusives und niedrigschwelliges eSport-Angebot zu ermöglichen, heißt es im Antrag. Das Pilotprojekt soll die Grundlage schaffen, um auf Basis der gewonnenen Erfahrungen ein dauerhaftes städtisches eSport-Angebot zu prüfen.

"Fester Bestandteil heutiger Lebenswelt"


Digitale Spiele und eSport seien fester Bestandteil heutiger Lebenswelt. Viele junge Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit in digitalen Räumen – oft jedoch ohne soziale Einbindung vor Ort, begründet die Gruppe den Antrag. Ein kommunales eSport-Angebot könne deshalb Teilhabe fördern, nicht zuletzt indem auch Interessierte ohne eigene technische Ausstattung Zugang erhalten. Zugleich könne es Inklusion unterstützen, da eSport Menschen mit körperlichen Einschränkungen neue Formen sportlicher Betätigung eröffne.

Darüber hinaus würden sich Schnittstellen zu bestehenden städtischen Aufgabenfeldern wie Jugendarbeit, Medienbildung und Kulturförderung ergeben, so die Gruppe weiter. eSport könne insbesondere Menschen erreichen, die in klassischen Sportvereinen bisher nicht aktiv sind. Andere Städte – beispielsweise Köln, Dortmund, Hannover, Leipzig oder Braunschweig – hätten bereits positive Erfahrungen mit kommunalen eSport-Initiativen gesammelt. Diese zeigten, dass eSport-Angebote einen Mehrwert in der Jugend- und Sportförderung darstellen können. Mit dem Pilotprojekt könne die Stadt Wolfenbüttel erste praktische Erfahrungen sammeln und prüfen, ob und wie eSport dauerhaft in die lokale Sport- und Jugendförderstruktur integriert werden könne, heißt in der Antragsbegründung abschließend.

"Als gemeinnützig anerkannt"


Erster Stadtrat Thorsten Drahn bewertete den Antrag laut Sitzungsprotokoll positiv. Die Verwaltung habe sich bereits punktuell mit dem Thema eSport befasst und sich mit Vertretern aus Braunschweig und Peine, wo eSport bereits erfolgreich etabliert sei, ausgetauscht. Er betonte, dass eSport-Vereine seit dem 1. Januar dieses Jahres als gemeinnützig anerkannt seien, was ihre Gleichstellung mit traditionellen Sportvereinen ermögliche. Er sehe in dem Antrag einen Impuls, um das Thema in der Stadt weiterzuentwickeln.

"Keine originäre kommunale Aufgabe"


Vincent Schwarz (FDP) äußerte dagegen Bedenken und hinterfragte, ob es Aufgabe der Kommune sei, ein eSport-Angebot aufzubauen, oder ob dies nicht vielmehr in den Verantwortungsbereich der Vereine falle. Die Unterstützung bestehender Vereine sei sinnvoller, als ein neues Projekt durch die Verwaltung zu initiieren. Auch Marc Angerstein (CDU) betonte, dass es sich hierbei nicht um eine originäre kommunale Aufgabe handele. Holger Bormann (CDU) äußerte die Sorge, dass zusätzliche Projekte die Ressourcen der Verwaltung belasten könnten.

Der Antrag auf Prüfung eines Pilotprojekts wurde laut Protokoll mit fünf Ja-Stimmen, drei Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen.

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