Wolfenbüttel. Derzeit sind die Onlinedienste des Landkreises Wolfenbüttel nicht verfügbar. Laut einem Bericht des NDR soll dafür ein Hacker-Angriff verantwortlich sein. regionalHeute.de hat bei der Kreisverwaltung nachgefragt.
Wie der NDR in seinem Bericht geschrieben hatte, sei die Onlineterminvergabe etwa des Straßenverkehrsamts und der Ausländerbehörde angegriffen worden. Das betroffene System könne derzeit nicht genutzt werden. Es sei dabei nicht auszuschließen, dass die Angreifer auch an personenbezogene Daten gelangt sein könnten. Tatsächlich findet sich auf der Website des Landkreises der Hinweis, dass aufgrund einer technischen Störung die Online-Terminvergabe derzeit nicht möglich ist.
So äußert sich der Landkreis
Wie es auf Anfrage der Redaktion seitens des Landkreises heißt, kam es beim eingesetzten Online-Terminreservierungsdienst zu einem Informationssicherheitsvorfall beim technischen Dienstleister. Nach aktuellem Stand gebe es jedoch keine Hinweise darauf, dass Daten tatsächlich eingesehen oder missbräuchlich verwendet wurden. Einige Terminreservierungen seien jedoch in einen Zeitraum gefallen, für den ein Zugriff auf personenbezogene Daten nicht vollständig ausgeschlossen werden könne. Betroffen sein könnten demnach insbesondere die bei der Terminreservierung angegebenen Kontaktdaten, beispielsweise E-Mail-Adressen.
Der Vorfall werde weiterhin durch den externen Dienstleister untersucht. Der Landkreis Wolfenbüttel und der externe Dienstleister würden in engem Austausch stehen. Die Online-Terminvergabe stehe derzeit nicht zur Verfügung – dies werde voraussichtlich erst am heutigen Mittwoch wieder der Fall sein.
Angriff wohl mehrere Tage unentdeckt
In einem auf der Website des Landkreises veröffentlichten Statement äußert sich auch der betroffene externe IT-Dienstleister Kommunix GmbH, der den Online-Terminreservierungsdienst TEVIS-Online betreibt. Demnach sei ein Abfluss personenbezogener Daten bislang nicht nachgewiesen, aber auch nicht vollständig auszuschließen. Laut dem Unternehmen war der Angreifer mehrere Tage unentdeckt aktiv. Die ersten inzwischen identifizierten Aktivitäten des Angreifers würden bis zum 26. August 2026 zurückreichen. Der Vorfall sei jedoch erst am 31. August erkannt worden. Einen größeren Schaden oder einen belegten umfangreichen Datenabfluss habe man bislang nicht feststellen können. Die forensische Untersuchung laufe unterdessen weiter.

