Impfpflicht gegen Masern?

von Thorsten Raedlein



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Wolfenbüttel. Das Risiko einer flächendeckenden Masern-Ausbreitung wird immer wieder diskutiert. Aktuell wurde Berlin von einer Masern-Welle mit fast 600 erfassten Fällen erfasst. Doch wie gefährlich ist Kinderkrankheit? Und: Was hilft dagegen? Die Antwort heißt Impfung. Doch muss diese – wie derzeit wieder heiß diskutiert – verpflichtend sein?

Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit. Dies stellt Dr. Dorothea von Nicolai vom Gesundheitsamt des Landkreises klar. Masern seien gefährlicher als viele denken, nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene könnten davon befallen werden, und dann verlaufe die Krankheit meist schwerer. Die hoch ansteckende Virusinfektion könne zu schwerwiegenden Komplikationen und sogar zum Tode führen. In Deutschland komme es immer wieder zu regionalen Ausbrüchen. Der Erreger werde durch Tröpfchen übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Atemluft gelangen.

Zwischen Ansteckung und ersten Symptomen vergingen etwa acht bis 14 Tage. Die Krankheit beginne mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schnupfen und Husten, dann komme der typische Hautausschlag hinzu. In zehn bis 20 Prozent der Fälle komme es zu Komplikationen, wie Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Gehirnentzündungen, die sogar lebensbedrohlich sein könnten.

Mit einer Impfung könne man sich gut gegen eine Erkrankung schützen. Demnach seien derzeit laut Impfkommission des Robert Koch Institutes zwei Impfungen bei Kleinkindern empfohlen. Dabei handele es sich um eine Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Im Landkreis Wolfenbüttel sei die Impfquote laut Dr. Nicolai sehr gut. Bei den Einschulungsuntersuchungen im vergangenen Jahr hätten knapp 95 Prozent der Kinder diese beiden Impfungen nachweisen können. Zwei Prozent seien nur einmal geimpft worden und nur ein kleiner Teil der Kinder habe kein Impfbuch vorgelegt, so dass der Impfstatus nicht bekannt sei. Auch in den früheren Jahren seien die Kinder im Landkreis Wolfenbüttel freiwillig gut durchgeimpft worden, so die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Dies habe sich wohl auch ausgezahlt. Im vergangenen Jahr und aktuell bis heute sei beim Gesundheitsamt keine Masernmeldung eingegangen. Eine Impfpflicht scheint zumindest im Landkreis Wolfenbüttel nicht nötig.