Wolfenbüttel. Das Impfzentrum im Landkreis Wolfenbüttel hat am Montag die letzten Impfungen durchgeführt. Am Dienstag endete der Betrieb nach fast neuneinhalb Monaten. Wie aus einer Pressemitteilung des Landkreises Wolfenbüttel hervorgeht, wurden rund 91.000 Impfdosen im Impfzentrum an der Schweigerstraße in Wolfenbüttel verimpft und 250 Personen waren dort beschäftigt.
Impfungen gegen Corona erfolgen jetzt über die Haus- oder Betriebsärzteschaft. Unterstützt werden diese ab Oktober durch Mobile Impfteams des Landkreises, die unter anderem für Impfaktionen an Schulen, Hochschulen sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden können, so der Landkreis.
“Für das Team des Impfzentrums war es eine sehr besondere Zeit. Es war einerseits sehr anstrengend: Viele Überstunden wurden angehäuft, Urlaub nicht genommen. Ständig gab es neue Regelungen und Vorgaben, die in kürzester Zeit umgesetzt werden mussten. Auch die Diskussion um den Impfstoff von AstraZeneca war alles andere als hilfreich. Andererseits haben wir so viel Dankbarkeit und positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten – das war bewegend und überwältigend. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit diesem hoch motivierten Team zusammenarbeiten durfte“, sagt Heiko Beddig, Erster Kreisrat und gesamtverantwortlicher Leiter des Impfzentrums.
Im Dezember 2020 musste alles ganz schnell gehen – der Auftrag des Landes an die Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen war: Bis Mitte Dezember 2020 muss ein betriebsbereites Impfzentrum aufgebaut werden: "In rund elf Tagen haben wir quasi aus dem Nichts aus einer Tennis- und Veranstaltungshalle ein Impfzentrum errichtet und in weiteren zwei Wochen Personal angeworben und die Abläufe organisiert“, erzählt Olaf Glaeske, Mitglied des organisatorischen Leitungsteams. Anfang Januar erfolgte die erste Anlieferung von Impfstoffen. Mobile Impfteams des Impfzentrums fuhren ab dem 7. Januar 2021 von der Schweigerstraße zunächst in die Alten- und Pflegeheime des Landkreises. Eine Woche darauf hatten rund 1.100 Personen bereits ihre Erstimpfung erhalten. Ab dem 15. Februar wurde auch im Impfzentrum geimpft. Termine mussten über das Impfportal des Landes oder die Landeshotline vereinbart werden und wurden nach Prioritäten vergeben, was zu vielen Fragen am Bürgertelefon des Landkreises führte.
Ab dem 27. Juli kamen die Impfungen zu den Einwohnern in den Gemeinden. Erste Station war am Dorfgemeinschaftshaus in Groß Flöthe. Es folgten über 50 weitere Stationen in allen Gemeinden sowie in der Stadt Wolfenbüttel. Mit mehreren Sonderaktionen hat der Impfbus seinen Betrieb am 22. September eingestellt. Zuletzt stand er Anfang September drei Tage auf dem Street-Food-Festival in Wolfenbüttel und machte Station an der berufsbildenden Carl-Gotthard-Langhans-Schule sowie der Ostfalia Hochschule.
Mobile Impfteams im Einsatz
Das Impfzentrum ist geschlossen, die Impfkampagne gehe aber weiter. Im Auftrag des Landes baut der Landkreis Wolfenbüttel zwei mobile Impfteams auf. Ein erstes Team ist Anfang Oktober einsatzfähig. Die Teams werden zur Unterstützung der niedergelassenen Ärzte sowie der Betriebsärzte eingesetzt, um etwa Auffrischungs-Impfungen in Alten- und Pflegeheimen durchzuführen. Weitere Einsatzorte können Schulen und Hochschulen sein. Auch aufsuchende Impfungen in verschiedenen Orten und zu bestimmten Anlässen sind möglich.
Wer jetzt noch eine Impfung erhalten möchte, könne sich an seine Hausarztpraxis wenden oder an den Betriebsarzt des Arbeitgebers. Menschen, die bisher keine Hausarztpraxis haben, könnten sich auch an Impfärzte in ihrer Region wenden. Die Information, welche niedergelassenen Ärzte diese Impfungen durchführen, kann auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) abgerufen werden.

