Nach Todesfällen: Sind Asylbewerber häufiger Nichtschwimmer?

von Nick Wenkel


Die Zahl der Nichtschwimmer steigt allgemein. Symbolfoto: Pixabay
Die Zahl der Nichtschwimmer steigt allgemein. Symbolfoto: Pixabay | Foto: Pixabay

Wolfenbüttel. Kürzlich ertrank im Salzgittersee ein 20-jähriger Afghane. Im vergangenen Jahr kam ein gleichaltriger Asylbewerber am Bernsteinsee ums Leben. regionalHeute.de ging der Frage nach, ob der Anteil der Nichtschwimmer in dieser Personengruppe besonders hoch ist, ob den Kommunen dieses Problem bewusst ist und ob es entsprechende Maßnahmen gibt.


Wie viele der Asylbewerber Nichtschwimmer sind, ist dem Landkreis Wolfenbüttel zumindestnicht bekannt. „Diese Daten werden durch die Landkreis-Verwaltung nicht erhoben", erklärt Andree Wilhelm, Pressesprecher des Landkreises Wolfenbüttel, auf Anfrage unserer Online-Zeitung. Allerdings versuche man Kindern schon früh, das Schwimmen beizubringen, insbesondere in der Schule. „Schulpflichtige Kinder und Jugendliche nehmen im Rahmen des regulären Schwimmunterrichts am Schulschwimmen teil", so Wilhelm. Spezielle Angebote, nur für Asylbewerber, gebe es aber allerdings nicht.

Nicht nur Asylbewerber können nicht schwimmen


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Die Baderegeln auf Afghanisch. Foto: DLRG



Die DLRG ist sich da der Problematik schon eher bewusst. Generell gebe es einen sehr großen Nichtschwimmeranteil in ganz Deutschland – nicht nur unter Personen mit Migrationshintergrund, erklärt Nicola Dubacher vom DLRG Landesverband Niedersachsen auf Anfrage von regionalHeute.de. „Ungefähr jedes zweite Kind kann beim Verlassen der Grundschule nicht sicher schwimmen. Aufgrund von Bäderschließungen und damit wegfallenden Wasserflächen für die DLRG und weiterer Schwimmvereine, wird es leider immer schwieriger, ausreichend Kurse durchzuführen“, so Dubacher. Die Wartezeit auf einen Schwimmkurs für Kinder liege im Durchschnitt bei mehreren Monaten bis zu 1,5 Jahren. Hierseien die Kommunen gefragt, die Bäder zu erhalten anstatt zu schließen.

Die DLRG habe die Baderegeln in über 23 Sprachen übersetzen lassen sowie Plakate mit Piktogrammen erstellt, um auf die Gefahren am und im Wasser aufmerksam zu machen.Diese Baderegeln stellt die DLRG allen Personen zum kostenlosen Download bereit:https://www.dlrg.de/informieren/regeln/download-uebersetzungen.html.Diesessei auch in den Medien und in der Politik entsprechend publik gemacht worden. Ebensoseien in vielen Flüchtlingsheimen die verschiedensprachigen Baderegeln und Plakate bekannt gemacht worden.

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