Wendessen. Mit einem feierlichen ersten Spatenstich wurde am gestrigen Dienstag der Startschuss für den Neubau des Feuerwehrhauses auf dem Eckgrundstück Ahlumer Weg/ Leipziger Alleeim Wolfenbütteler Ortsteil Wendessen gegeben, teilt die Stadt in einer Presseinformation mit.
Bürgermeister Ivica Lukanic, Ortsbürgermeister Andreas Rink und Ortsbrandmeister Kai Brackmann unterstrichen in ihren Reden die Bedeutung des 4,5 Millionen Euro teuren Bauprojekts für die Sicherheit, die Jugendarbeit und die Wirtschaft.
Investition in Sicherheit und Wirtschaft
Bürgermeister Ivica Lukanic betonte in seiner Ansprache, dass der Neubau weit mehr als eine reine Baumaßnahme sei. „Wir bauen hier nicht für uns selbst, sondern für die Zukunft unseres Ortsteils und vor allem für die Jugendfeuerwehr, die den Brandschutz von morgen sicherstellt“, so Lukanic. Das Projekt ist ein zentraler Baustein des städtischen Feuerwehrbedarfsplans, um optimale Anfahrtswege und moderne Bedingungen für den Brand- und Katastrophenschutz in ganz Wolfenbüttel zu gewährleisten.
Zudem hob der Bürgermeister die wirtschaftliche Bedeutung hervor: Von den rund 4,5 Millionen Euro Gesamtkosten entfallen etwa 40 Prozent auf Lohnanteile. „Mit dieser Baustelle sichern wir rechnerisch ein Jahr lang das Einkommen von rund 140 Menschen. Stadtweit investieren wir so massiv in Infrastruktur, dass jährlich fast 1.500 Arbeitsplätze durch städtische Aufträge gestützt werden“, erklärte Lukanic. Sein Dank galt insbesondere der Verwaltung, den Vertretern der Politik sowie dem Architekturbüro für die bisherige Planung.
Auszug aus dem „Puppenhaus“
Ortsbürgermeister Andreas Rink blickte mit einer Prise Humor auf die Geschichte des 19. Mai zurück und zog Vergleiche zu historischen Ereignissen, bevor er den Blick auf die lokale Bedeutung richtete. Er bezeichnete den Neubau als „großen Schritt für Wendessen“. Die aktuelle Unterbringung in der alten Schule von 1975 sei längst nicht mehr zeitgemäß.
„Ich freue mich riesig für die Feuerwehr, dass sie endlich aus ihrem ‚Puppenhaus‘ ausziehen kann“, sagte Rink. Die beengten Verhältnisse in der jetzigen Unterkunft erforderten von den Einsatzkräften fast schon „die Beweglichkeit von Bodenturnern“, um in die Fahrzeuge zu gelangen. Dass die Stadt trotz angespannter Haushaltslage 4,5 Millionen Euro investiert, sei ein starkes Signal für den Ortsteil. Der Zeitplan sieht eine Fertigstellung des Gebäudes für das dritte Quartal 2027 vor.
Ein neues Kapitel nach 40 Jahren Kampf
Für Ortsbrandmeister Kai Brackmann markiert der heutige Tag das Ende einer jahrzehntelangen Wartezeit. Bereits im Jahr 1985 wurde schon der erste Antrag für ein neues Feuerwehrhaus gestellt. „Dieser Spatenstich ist das Ergebnis von Beharrlichkeit und Weitsicht vieler Generationen“, betonte Brackmann.
Das neue Gebäude am Ortseingang wird über zwei moderne Stellplätze für ein Löschfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen verfügen. Brackmann sieht im Neubau ein künftiges Zentrum für alle Generationen: „Es wird ein Ort, an dem unsere Kinderfeuerwehr erste Erfahrungen sammelt, die Jugend heranwächst und die Altersabteilung Teil der Gemeinschaft bleibt. Es ist ein sichtbares Zeichen für das Ehrenamt und den Zusammenhalt in Wendessen.“
Ausblick
Mit dem symbolischen Spatenstich können nun bald die Tiefbauarbeiten auf dem Gelände an der Hauptkreuzung erfolgen. Vorgesehen ist die Errichtung eines zweigeschossigen Gebäudes in Massivbauweise mit einem Satteldach und einer Photovoltaikanlage. Wenn die Bauphase von etwa eineinhalb Jahren wie geplant verläuft, wird die Feuerwehr Wendessen im Spätsommer 2027 eines der modernsten Feuerwehrhäuser im Stadtgebiet beziehen können.

