Wolfenbüttel. Die "Alte Schule" in Fümmelse wird derzeit als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Doch es ist geplant, dass dem Gebäude künftig eine weitere wichtige Funktion zukommt. Dafür will die Stadt Wolfenbüttel 900.000 Euro in den Haushalt einplanen. Es geht unter anderem um Investitionen in den Brandschutz. Eine entsprechende Vorlage wird am 11. November erstmals im Ortsrat Fümmelse behandelt. Die Entscheidung trifft der Rat im Dezember.
Hintergrund der Maßnahme ist die Umsetzung der Ganztagsförderung in der Stadt Wolfenbüttel. Seit dem Schuljahr 2026/2027 haben neu eingeschulte Kinder einen Rechtsanspruch darauf. An der Grundschule Fümmelse fehlen hierfür Flächen für die Mittagessensverpflegung. Und da kommt die "Alte Schule" ins Spiel.
Mensa im Erdgeschoss
Die aktuelle Beschlussvorlage sieht vor, dass das Dorfgemeinschaftshaus Fümmelse im Erdgeschoss als Mensa für die Grundschule hergerichtet wird. Die hierfür nötige Brandschutzsanierung komme natürlich auch dem Betrieb als Dorfgemeinschaftshaus zugute. Das Maßnahmenbudget wird auf 900.000 Euro festgesetzt.
In den bestehenden Schulgebäuden der Grundschule könne aufgrund der bereits hohen Gebäudeauslastung keine Mensa untergebracht werden, heißt es in der Begründung des Antrags. Ein Erweiterungsbau sei kurzfristig nicht möglich. Im laufenden Schuljahr findet die Essensausgabe in den während der Sommerferien 2026 hergerichteten Multifunktionsräumen 1 und 2 im bestehenden Erweiterungsbau statt. Bis zum Schuljahr 2027/2028 soll aber die Lösung im Dorfgemeinschaftshaus stehen. Denn dann werde auch mit einer zunehmenden Schülerzahl gerechnet.
Mensa langfristig geplant
Auch im Falle einer dauerhaften Lösung zur Weiterentwicklung der Grundschule – etwa im Zusammenhang mit dem Abriss des „Cordon Rouge“ – soll die jetzt zu realisierende Mensalösung bestehen bleiben. Als Grund werden die hohen Sanierungskosten und insbesondere die Zweckbindung einer möglichen Förderung genannt.
Zur Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses als Mensa ist eine generelle Sanierung der technischen Anlagen sowie Ertüchtigungen des baulichen Brandschutzes nötig. Nach vollumfänglichem Abschluss der Vorgaben aus dem Brandschutznachweis sei auch eine Nutzung des 1. Obergeschosses denkbar. Zu den nötigen Maßnahmen gehören die Herstellung von sicheren Rettungswegen, der Einbau von Brandschutz-Türen und Abschlüssen zum Keller und Dachgeschoss sowie die Schaffung eines direkten Ausgangs aus dem größeren Saal über eine Außentreppe.
Weitere Maßnahmen nötig
Nötig werden auch die Sanierung der sanitären Anlagen und die Einrichtung eines Personal-WCs, die Beschaffung von Mobiliar für den Mensa- und Ganztagsbetrieb sowie eine Nachrüstung einer Einbaumobiliar-Küche für den Cateringbetrieb. Handlungsbedarf besteht ebenfalls im Bereich der Versorgungstechnik. So müssen unter anderem Leitungen und die Beleuchtung erneuert sowie ein Teil der Heizkörper ausgetauscht werden.
Alles in allem kommt die Verwaltung auf eine Gesamtsumme von 900.000 Euro, in der aber ein Sicherheitsaufschlag in Höhe von 15 Prozent enthalten ist. Zudem hofft man auf eine Förderung vom Land. Die Maßnahme sei grundsätzlich gemäß den Richtlinien zur Schaffung eines flächendeckenden Ganztagsbetriebs in niedersächsischen Grundschulen förderfähig. Man gehe von einer Förderung von mindestens 350.000 Euro aus. Ergänzend werde zusammen mit der Kreisverwaltung geprüft, ob durch Nutzung der Räume auch für die Ganztagsbetreuung in den Ferienzeiten eine noch weitergehende Förderung erreicht werden könne.
So ist der Zeitplan
Derzeit laufen Baugenehmigung und denkmalrechtliche Genehmigung für das Projekt. Stimmt der Rat zu, sollen noch in diesem Jahr eine Ausführungsplanung erstellt werden und Ausschreibungen erfolgen. Im Frühjahr wird mit dem Baustart gerechnet, und zum Schuljahresbeginn 2027/2028 soll die Mensa in Betrieb gehen.

