Wolfenbüttel. Die Kasematten der einstigen Festungsbastion „Lindenberg“ im Seeliger Park lockten auch zum diesjährigen “Tag des offenen Denkmals 2017“ wieder Massen von Besuchern an. Mehr als 700 Interessierte wurden gezählt.
Alle wollten sehen, was die seit 20 Jahren ehrenamtlich wirkenden Damen und Herren der Festungsgruppe der Aktionsgemeinschaft Altstadt Wolfenbüttel aus welfischen Residenzzeiten ausgegraben haben. Der Festungskreis der Aktionsgemeinschaft Altstadt Wolfenbüttel e.V. hatte sich inhaltlich und personell gut auf diesen Tag vorbereitet – zu sechst erklärten sie den ganzen Tag lang mittels Bilder-Vorträgen die Geschichte, die Verteidigungstechnik, die in Wolfenbüttel unter Herzog Julius aus Eisenschlacke und zum Teil mit den Initialen HJ 1575 versehenen hergestellten Kanonenkugeln, und was sonst noch interessant ist bezüglich der wieder freigelegten Festungswerke.
Alexander Hörder gab den Besuchern im westlichen Flankenhof/Kanonenhof im Eingangsbereich einen Überblick über den Stand der Arbeiten, Manfred und Helga Frohse sowie Harald Ackermann erläuterten den Festungsbau in der welfischen Residenzstadt, Sebastian Mönnich zeigte im östlichen Flankenhof/Kanonenhof auf, wie mit der dort 2006 auch gefundenen Kanone (Haubitze) geschossen worden ist. Dieter Kertscher legte die aktuellen Forschungen zu den Feldschanzen offen. Bekanntlich umgab ein Kranz von Feldschanzen die Festung und Residenzstadt Wolfenbüttel: Weiße-, Rote-, Waldauer- und Schwedenschanze. Zum Teil sind diese flüchtigen Verteidigungsanlagen mittels historischer Karten und aktuellen Luftbildern geortet, frei gelegt allerdings noch nicht. Deren Erforschung läuft zurzeit auf Hochtouren.
Seeliger Park als „Englischer Garten"
„Aber alles der Reihe nach. Vorrang bei unseren Arbeiten im Zusammenwirken mit der Stadt hat zurzeit die Tieferlegung des Eingangsbereiches vor den Kasematten auf das historische Höhenniveau“, so die Erklärungen der Festungsbaukundigen. Im Rahmen der Wiederherstellung des Seeliger Parks als „Englischer Garten“, wie ihn die Seeligers Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltet hatten, wird auch der Eingangsbereich zu den unterirdischen Gewölben der Bastion „Lindenberg“ neugestaltet.
Waltraud Dahlmeyer verkaufte an diesem Denkmalstag mehr der von der AG Altstadt verfassten Spurensuche-Broschüren als jemals zuvor. „Die beiden Ausgaben zum Festungsbau sind besonders nachgefragt worden“ so die Kassenchefin der AG Altstadt. „In der kommenden Woche werden diese neu gedruckt, denn bereits am Sonntagmittag ist das letzte Exemplar verkauft worden.“ Alle Spurensuche-Hefte sind im örtlichen Buchhandel zu erwerben.

