Heißer Sommer: So viele Hitzetote gibt es in Niedersachsen

Die Zahlen, die die Landesregierung jetzt vorlegt, zeigen einen gewaltigen Anstieg für das Jahr 2026.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Region. Hitze – das ist und bleibt wohl eines der großen Probleme unserer Zeit. Hitzetage gibt es inzwischen deutlich häufiger als zum Beispiel vor 75 Jahren. Dass das vor allem im Sommer zu einem ernsten Problem werden kann, darauf hatten zum Beispiel zuletzt verschiedene Fraktionen im Rat der Stadt Braunschweig aufmerksam gemacht – allen voran die Grünen, die schon in der Ratssitzung im Juni akute Hitzeschutzmaßnahmen gefordert hatten, für die es allerdings keine Mehrheit gab. Dabei ist es ein durchaus lebensbedrohliches Problem in der gesamten Region und in ganz Niedersachsen. Das geht auch aus aktuellen Zahlen der Landesregierung hervor.



Der fraktionslose Landtagsabgeordnete Stefan Marzischewski-Drewes aus Gifhorn hatte eine entsprechende Anfrage gestellt. Er wollte wissen, wie viele Hitzetote es in diesem Sommer in Niedersachsen gegeben hatte. Jetzt legte das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung für die Landesregierung die Antwort vor – mit besorgniserregenden Zahlen. So habe es 2023 noch 60, 2024 dann 90, 2025 null Hitzetote gegeben. 2026 geht die Landesregierung derweil von 510 Hitzetoten in Niedersachsen aus. Das stellt einen gewaltigen Anstieg dar.

Zahlen sind geschätzt


Diese Zahlen basieren auf statistischen Schätzmodellen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) dafür anwendet, um Todesfälle den entsprechenden Hitzeperioden zuordnen zu können. Dafür blickt das RKI auf wöchentliche Mortalitäts- und Bevölkerungsdaten sowie aktuelle und Vorwochentemperaturen von Messstationen aus ganz Deutschland. Diese Daten werden für eine Modellberechnung verknüpft.

Hitzetod steht eher selten auf den Totenscheinen


Auf den ausgestellten Totenscheinen – auch das wollte der Gifhorner Abgeordnete wissen – tauche derweil der Begriff "Hitzetod" nicht auf. Dort werden die Todesursachen auf Grundlage international standardisierter Klassifikationssysteme (meist ICD-10) vermerkt. Die Landesregierung merkt an, dass nur wenige ICD-Diagnosen einen direkten Bezug zu auslösenden Umweltfaktoren enthalten. Dabei gebe es nur wenige Ausnahmen – wie zum Beispiel die Diagnosen "Schäden durch Hitze und Sonnenlicht oder "Sonstige Schäden durch niedrige Temperatur".

Für die überwiegende Mehrzahl der Todesfälle könne aus dem dokumentierten Diagnosecode hingegen nicht auf den Einfluss eines Temperaturereignisses geschlossen werden, selbst wenn dieses kausal mit dem vorzeitigen Versterben in Zusammenhang steht.