Großeinsatz an Halloween: Jugendliche feuern Raketen in Menschenmenge

Eine Gruppe Jugendlicher sorgt in Wolfsburg für einen Großeinsatz der Polizei.

Symbolfoto
Symbolfoto | Foto: Anke Donner

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Wolfsburg. Am Samstagabend kam es in der Jenaer Straße zu einem größeren Polizeieinsatz. Mehrere Jugendliche hatten aus Gruppen heraus pyrotechnische Gegenstände gezündet und diese zum Teil auch gezielt auf Personen geworfen.



Ab 17:30 Uhr gingen zahlreiche Notrufe von Anwohnern aus dem Bereich des dortigen Einkaufszentrums Westhagen ein. Die Anrufer meldeten, dass Jugendliche Böller und Raketen zündeten und diese teilweise auf unbeteiligte Passanten warfen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde niemand verletzt. Trotz des festgestellten Altersspektrums stehen diese Taten nicht im Zusammenhang mit Gen-Z Protesten, berichtet die Polizei am heutigen Montag.

Pyrotechnik fliegt auch in Richtung der Polizei


Bei der Überprüfung der Örtlichkeit trafen die eingesetzten Polizeibeamten auf mehrere Personengruppen. Nach der Feststellung ihrer Identitäten erhielten die Personen Platzverweise. Während dieser polizeilichen Maßnahmen warfen bislang unbekannte Täter Pyrotechnik in Richtung der Einsatzkräfte und flüchteten anschließend auf E-Scootern.

Im weiteren Verlauf wuchs die Menschenmenge auf dem Platz auf rund 100 Personen an. Es kam zu einem massiven Abbrennen von Pyrotechnik. Dabei wurden Raketen gezielt in Menschengruppen gefeuert, in denen sich erkennbar auch Kleinkinder befanden. Daraufhin betraten die Beamten, unterstützt von zwischenzeitlich eingetroffenen Verstärkungskräften, den Platz und kontrollierten rund 120 Personen.

56 Kinder an Erziehungsberechtigte übergeben


Unter den Anwesenden befanden sich 56 Kinder, die im Zuge der Maßnahmen an ihre Erziehungsberechtigten übergeben wurden. Bei den weiteren 64 strafmündigen Personen, überwiegend Jugendliche und Heranwachsende, wurden Identitätsfeststellungen, Durchsuchungen sowie erkennungsdienstliche Behandlungen durchgeführt und pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. Sie erhielten im Anschluss Platzverweise für den Nahbereich des Einsatzortes.

Gegen mehrere Personen wurden Strafverfahren wegen des Verdachts auf besonders schweren Fall des Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.

Pyrotechnik ist kein Spielzeug


Angesichts der jüngsten Vorfälle weist die Polizei eindringlich auf die Gefahren und rechtlichen Konsequenzen beim Missbrauch von Pyrotechnik hin. Das gezielte Werfen oder Schießen von Pyrotechnik auf Menschen und Einsatzkräfte ist keine Mutprobe, sondern eine Straftat. Neben dem Risiko, Personen gravierende Verletzungen zuzufügen, drohen den Jugendlichen empfindliche rechtliche Konsequenzen. Bei einer Verurteilung wegen schweren Landfriedensbruchs droht beispielsweise eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein solches Strafverfahren kann zu Einträgen im Führungszeugnis führen, die die berufliche Zukunft nachhaltig belasten. Zudem drohen zivilrechtliche Schadensersatzforderungen, für die die Täter unter Umständen jahrelang finanziell haften müssen.

Gleichzeitig bittet die Polizei alle Eltern und Erziehungsberechtigten um Unterstützung: Sprechen Sie mit Ihren Kindern offen über einen verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik und verdeutlichen Sie ihnen, dass das Zünden sowie das gefährliche Bewerfen oder Beschießen von Personen kein Scherz, sondern eine Straftat ist. Klären Sie sie zudem darüber auf, dass bereits das Mitführen von illegalen oder nicht altersgerechten Böllern und Raketen rechtliche Konsequenzen hat.

Themen zu diesem Artikel


Kriminalität Polizei