Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg will Seniorengruppen künftig stärker unterstützen und die Förderung gleichzeitig einfacher gestalten. Der Rat der Stadt Wolfsburg berät im Juni über eine umfassende Neufassung der Richtlinie zur Förderung von Seniorengruppen.
Hintergrund sind gestiegene Kosten und veränderte Anforderungen in der offenen Seniorenarbeit. Viele Gruppen organisieren regelmäßig gemeinsame Treffen, Spielenachmittage, Vorträge, Bewegungsangebote oder Ausflüge – häufig ehrenamtlich und mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Die neue Richtlinie soll laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung diese Arbeit spürbar erleichtern und besser absichern.
44 anerkannte Seniorengruppen in Wolfsburg
Derzeit gibt es in Wolfsburg rund 44 anerkannte Seniorengruppen. Künftig sollen die Aktivitätspauschalen für alle Gruppengrößen steigen. Auch die Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Gruppenleitungen wird erhöht. Neu vorgesehen sind zudem Projektförderungen für besondere Aktionen – etwa für generationenübergreifende Begegnungen, Jubiläen oder interkulturelle Angebote. Neugegründete Gruppen können künftig zusätzlich einen einmaligen Startbonus erhalten.
Förderung orientiert sich stärker am Alltag
Die Stadt Wolfsburg erweitert außerdem die Möglichkeiten, wie Fördermittel genutzt werden können. Künftig sind beispielsweise auch Tagesfahrten außerhalb Wolfsburgs, Eintrittsgelder, kleine Kulturangebote oder digitale Kommunikationsmittel förderfähig. Gleichzeitig soll kleineren Gruppen mit besonderem sozialen Schwerpunkt der Zugang zur Förderung erleichtert werden – etwa in der Trauerbegleitung, bei Demenzangeboten oder für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
„Seniorengruppen schaffen Orte der Begegnung und helfen dabei, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben in unseren Stadtteilen. Dieses Engagement verdient gute und verlässliche Rahmenbedingungen“, betont Oberbürgermeister Dennis Weilmann.
Sozialdezernentin Iris Bothe erklärt: „Viele Ehrenamtliche investieren viel Zeit und persönliches Engagement in ihre Gruppenangebote. Deshalb war uns wichtig, die Förderung verständlicher, flexibler und praxisnäher zu gestalten. Wer regelmäßig gemeinsame Aktivitäten organisiert, soll sich künftig weniger mit Bürokratie und mehr mit den Menschen beschäftigen können.“
Neben höheren Fördermöglichkeiten setzt die Stadt Wolfsburg künftig stärker auf einfache und praktikable Verfahren. Förderanträge sollen auch digital gestellt werden können. Gleichzeitig werden die Nachweisregelungen vereinfacht und die Unterstützung für neue Gruppen ausgebaut.
Die neue Richtlinie soll rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft treten und die bisherige Regelung aus dem Jahr 2022 ersetzen. Nach dem Ratsbeschluss informiert die Verwaltung die Seniorengruppen über die neuen Fördermöglichkeiten und unterstützt bei Fragen zur Antragstellung.

