Braunschweig. In einer Pressemitteilung mit dem Titel "Hofbrauhaus Wolters stellt Weichen für eine erfolgreiche Zukunft" gibt die Braunschweiger Traditionsbrauerei heute bekannt, dass auch sie auf den Druck, der auf der Branche lastet, unter anderem mit einem drastischen Stellenabbau reagieren wird. Auch das Exportgeschäft wird zusammengestrichen.
Wie schon vor zwei Jahren, als Wolters ebenfalls einen Stellenabbau bekanntgab, heißt es jetzt erneut in einer Pressemitteilung des Hofbrauhauses: Deutschlands Brauereien stehen weiterhin unter großem Druck und vor vielfältigen Herausforderungen: Die gesamte Branche kämpfe seit der Corona-Pandemie mit massiv gestiegenen Produktions- und Energiekosten. Gas, Öl und Strom, ebenso wie Roh- und Hilfsstoffe – etwa Etiketten, Flaschen, Hopfen, Braumalz und Kohlensäure – seien erheblich teurer geworden. Zudem sorgen globale Krisen, aktuell der Iran-Krieg mit Sperrung der Straße von Hormus, für enorme Lieferprobleme und gestiegene Logistikkosten – und haben damit deutliche Absatz- und Ergebniseinbußen zur Folge.
Bierabsatz sinkt
Neben den volatilen Exportmärkten sorge auch eine starke Konsumzurückhaltung – allein 2025 ist der Bierabsatz in Deutschland um 6,0 Prozent gesunken – für schrumpfende Margen. Die Braunschweiger Hofbrauhaus Wolters GmbH hat sich aufgrund dieser schwierigen Entwicklungen dafür entschieden, ihr Exportgeschäft bis auf wenige Ausnahmen einzustellen.
„Unser Kerngeschäft läuft zufriedenstellend, die jetzt beschlossenen Veränderungen sind nach unserer Überzeugung allerdings
essenziell und notwendig für eine erfolgreiche Zukunft der Hofbrauhaus Wolters GmbH. Konkret fokussieren wir uns künftig auf unseren regionalen Markt, vollziehen also bewusst den Wandel vom klassischen Bierbrauer zum innovativen Getränkehersteller“, erläutert Nils Handke, Geschäftsführer der Hofbrauhaus Wolters GmbH.
Wolters setzt auf mehr Lifestyle-Getränke
Die erfolgreichen Bier-Produkte bleiben auch künftig die wichtigste Säule der Brauerei und werden mit neuen Sorten ergänzt. Perspektivisch wird das Getränkeportfolio im Bereich der alkoholfreien Produkte deutlich ausgebaut und entwickelt. Neben alkoholfreien Bieren werden Erfrischungs- und Lifestyle-Getränke eine deutlich größere Rolle bei Wolters spielen. Erste Produkte sind entwickelt und werden in Kürze vorgestellt, teilt das Unternehmen mit.
Wolters baut reichlich Stellen ab
Diese Transformation zu einem flexiblen und breit aufgestellten Getränkehersteller der Region sei bereits in vollem Gang. Dies habe neben strukturellen Veränderungen und einer umfangreichen Sortimentsstraffung auch einen Stellenabbau von bis zu 30 Arbeitsplätzen zur Folge. Gut ein Viertel der Belegschaft müsse demnach also gehen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werde der Stellenabbau möglichst sozialverträglich gestaltet, kündigt Wolters an. Mit den geplanten Veränderungen vollziehe Wolters eine dringende und nachhaltige Neupositionierung, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

