Zahl der Herzinfarkte sinkt – Diese Stadt der Region ist landesweit spitze

Eine Untersuchung der AOK hat ergeben, dass die Zahl der Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, seit 2017 gesunken ist.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Region. In Niedersachsen ist laut einer Pressemitteilung der Krankenkasse AOK die Zahl der Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, von 2017 bis 2024 spürbar gesunken. Das zeigen der aktuelle Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sowie eine Auswertung der Versorgungsforschung der AOK Niedersachsen. Eine Stadt aus unserer Region steht sogar landesweit besonders gut da, eine andere dafür besonders schlecht.



AOK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Peter dazu: „Landesweit wurden in den Krankenhäusern über die Jahre deutlich weniger Herzinfarkte behandelt – wir sehen hier einen Rückgang um fast 19 Prozent.“ Rund 18.600 Herzinfarkt-Fälle wurden 2024 in niedersächsischen Krankenhäusern dokumentiert. Das entspricht 330 Fällen je 100.000 Personen. 2017 waren es noch 22.900 Fälle (420 je 100.000 Personen). Damit verläuft die Entwicklung positiver als im Bundesschnitt (Rückgang: 14 Prozent).

Braunschweig steht ganz oben, Goslar ganz unten


In der Hitliste der wenigsten Herzinfarkte steht Braunschweig ganz oben. Dort gab es im Jahr 2024 230 Fälle je 100.000 Personen. Es folgen Osnabrück (240 Fälle) und der Landkreis Lüchow-Dannenberg (260 Fälle). Am häufigsten waren Menschen in Cloppenburg, der Wesermarsch und im Landkreis Goslar betroffen (jeweils rund 460 Fällen je 100.000 Personen). Solche Unterschiede lassen sich unter anderem durch die Altersstruktur der Bevölkerung erklären: In Regionen mit einem höheren Anteil älterer Menschen treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen statistisch häufiger auf.

Herzinfarkte bei Männern wesentlich häufiger


In allen Altersgruppen sind Herzinfarkte bei Männern deutlich häufiger dokumentiert als bei Frauen. So lag die Herzinfarkt-Rate in der Gruppe der 55- bis 59-Jährigen bei 500 je 100.000 Männer zu 120 je 100.000 Frauen, in der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen 1.200 je 100.000 Männern und nur 660 je 100.000 Frauen. Den größten Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat das Alter. Aber auch Umwelt- und Lebensstilfaktoren haben Auswirkungen auf die Herzgesundheit.

Bei der Koronaren Herzkrankheit (Verengung der großen Adern, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen) war im Jahr 2024 ein leichter Rückgang auf 7,6 Prozent der Einwohner zu verzeichnen. 2017 waren es noch 8,2 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei der Diagnose Herzinsuffizienz: 5,3 Prozent litten im Jahr 2024 daran, 2017 waren es 5,7 Prozent.

Leichter Anstieg der Bluthochdruck-Diagnosen


AOK-Chef Peter: „Bei Bluthochdruck, einem zentralen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der inzwischen häufiger diagnostiziert wird, ist ein Anstieg der Fallzahlen festzustellen.“ 2024 waren 31,2 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen und damit fast jeder Dritte betroffen (2017: 29,2 Prozent). Bluthochdruck sollte in jedem Alter behandelt und gut eingestellt werden.

Deutlich mehr Herz-Kreislauf-Medikamente verordnet


Arzneimittel sind ein zentraler Bestandteil der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz. Eine Therapie beugt kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall effektiv vor. Insgesamt sei die verordnete Arzneimittelmenge dabei deutlich gestiegen. Insbesondere in der Altersgruppe ab dem 60. Lebensjahr, am stärksten bei den über 70-Jährigen. Die Daten verdeutlichen eine zunehmende arzneimittelgestützte Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Niedersachsen. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem eine leitliniengerechte Weiterentwicklung der Therapie – insbesondere hin zu modernen blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln und bewährten Standardtherapien zum Schutz von Herz und Gefäßen. Dr. Jürgen Peter: „Prävention, eine frühzeitige Therapie und bessere Therapieoptionen können die Erfolgsfaktoren sein, die zu dem in den Daten sichtbaren Rückgang der schweren kardiovaskulärer Ereignisse beigetragen haben.“

Aktuelle Daten für das Jahr 2024 zu 26 verschiedenen Erkrankungen


Die Website www.gesundheitsatlas-deutschland.de stellt Zahlen zu insgesamt 26 Erkrankungen dar, die jetzt aktualisiert und um das Datenjahr 2024 ergänzt worden sind. Die epidemiologischen Kennzahlen wurden ausgehend von den Krankenkassen-Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten mit einem alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustierenden Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen Deutschlands hochgerechnet. Die Referenzzahlen für die zugrundeliegende Bevölkerung basieren auf dem aktuellen Zensus 2022 und den entsprechenden Bevölkerungsberechnungen des Statistischen Bundesamtes.