Braunschweig. In Braunschweig ist auch in diesem Jahr wieder von Mai bis Ende Juli / Anfang August mit einem vermehrten Auftreten des Eichenprozessionsspinners (EPS) zu rechnen. Die überwiegend nachtaktiven Raupen, die ausschließlich Eichen befallen, halten sich tagsüber in Gespinstnestern am Stamm auf und wandern in der Dämmerung in langen Reihen zum Fressen in die Baumkronen. Das berichtet die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung.
Ab dem dritten Larvenstadium (Ende Mai / Anfang Juni) entwickeln die schwarzgrau-bräunlichen Raupen mikroskopisch kleine Brennhaare, die durch den Giftstoff Thaumetopoein allergische Reaktionen wie juckende, entzündliche Hautausschläge, Rötungen, Quaddeln und Bläschen hervorrufen können. Bei Augenkontakt sind Entzündungen der Bindehaut möglich. Werden die Haare eingeatmet, kann es zu Reizungen im Rachen, Halsschmerzen, Hustenreiz und in seltenen Fällen auch zu Asthmaanfällen kommen.
Im gesamten Stadtgebiet verbreitet
Der EPS ist inzwischen im gesamten Stadtgebiet verbreitet. Dies betrifft sowohl Parkanlagen als auch Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie Eichen im Straßenraum.
Die Stadtverwaltung führt bei Befall in der Nähe von Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Altenheimen Beseitigungen durch. Ziel ist es, die Gefährdung in diesen Bereichen möglichst innerhalb von 24 Stunden sowie in Wohngebieten innerhalb von 48 Stunden nach Verdachtsbestätigung zu beseitigen.
Auch verlassene Nester gesundheitsgefährdend
Da in Grünanlagen keine flächendeckende Bekämpfung des EPS gewährleistet werden kann, sollten abgesperrte Bereiche nicht betreten, Hinweisschilder beachtet sowie Nester und Raupen nicht berührt werden. Auch verlassene Nester sind weiterhin gesundheitsgefährdend.
Einige in den vergangenen Jahren besonders stark betroffene Bereiche, wie Stadtpark (Nordteil), Marktplatzbereich Herzogin-Elisabeth-Straße, Freie Schule, IGS Franzsches Feld sowie GS Schunteraue werden bei geeigneten Wetterbedingungen prophylaktisch behandelt. Dies erfolgt durch das Einblasen von Nematoden (Fadenwürmern) in die Baumkronen. Diese werden von den EPS-Larven aufgenommen und führen zu deren Absterben, bevor sich die gesundheitsschädlichen Brennhaare ausbilden können. Nematoden gelten als Nützlinge, wirken artspezifisch und sind für den Menschen ungefährlich.
Hier kann man sich melden
Verdachtsfälle können der Stadt Braunschweig unter (0531) 470-1 oder (0531) 115 gemeldet werden oder per E-Mail an buergertelefon@braunschweig.de.
Da es häufig zu Verwechslungen mit den harmlosen Raupen der Gespinstmotte kommt (diese bilden keine einzelnen Nester, sondern spinnen ganze Pflanzen ein), sollten ausschließlich befallene Eichen gemeldet werden. Der Eichenprozessionsspinner befällt ausschließlich Eichen und keine anderen Gehölze.

