Nach schweren Ausschreitungen im Derby - Das sagt Eintracht Braunschweig

Erneut konnten Gästefans Raketen in Zuschauerblöcke der Heimmannschaft schießen. Die Innenministerin bezeichnete das Sicherheitskonzept als Nullnummer. Der Verein sieht das offenbar anders.

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Die Hannover-Fans befeuerten den benachbarten Block und Einsatzkräfte.
Die Hannover-Fans befeuerten den benachbarten Block und Einsatzkräfte. | Foto: privat

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Braunschweig. Die Freude über den Derbysieg am Sonntag gegen Hannover 96 wurde kurz vor Spielende durch heftige Ausschreitungen der Gästefans überschattet. Dabei wiederholten sich hässliche Szenen aus dem Derby vom 14. April 2024, als Gästefans Raketen in Fanblöcke der Heimmannschaft geschossen hatten. regionalHeute.de wollte daher vom Verein Eintracht Braunschweig wissen, wie so etwas möglich ist. Man verweist auf ein offizielles Statement, das inzwischen online ist.



Nach dem Derby im Frühjahr 2024 wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Neue Fangnetze wurden angeschafft, die so etwas eigentlich unterbinden sollten. Dies ist offensichtlich nicht gelungen. Wir wollten daher wissen, warum die Fangnetze nicht die Wirkung erzielt haben wie erhofft. Warum konnten die Gästefans erneut zahlreiche Raketen mit ins Stadion bringen? Welches Verbesserungspotenzial sieht der Verein noch bei Einlasskontrollen und Schutz der benachbarten Zuschauerblöcke? Wie will der Verein gegenüber der Innenministerin argumentieren, dass die Gesundheit der Zuschauer gewährleistet werden könne?

"Eine absolute Nullnummer"


Und in der Tat hatte sich Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens am gestrigen Montag bereits zu Wort gemeldet. Neben einer scharfen Verurteilung des Gästeanhangs, gab es auch deutliche Worte in Richtung Eintracht Braunschweig. Das Sicherheitskonzept sei eine "absolute Nullnummer" gewesen. Beim Verein sieht man das offenbar anders.

Das sagt der Verein


So schildert der Verein die Vorgänge aus seiner Sicht:

"Schwer überschattet wurde das Derby durch massive Ausschreitungen im Gästeblock unmittelbar nach dem 2:0-Treffer der Eintracht kurz vor Spielende. Gästefans setzten mehrere Sitzschalen in Block 18 in Brand. Die Feuerwehr musste mehrere Brandherde löschen, teilweise direkt aus dem benachbarten Block und teilweise aus dem Innenraum.

Darüber hinaus wurden rund 50 Sitzschalen sowie eine deutlich zweistellige Anzahl an Bengalos in den Innenraum und teilweise gezielt auf die eingesetzten Ordnungskräfte geworfen. Das zuvor von Eintracht Braunschweig installierte Sicherheitsnetz fing einen Großteil der Gegenstände ab. Dennoch wurde ein Polizeibeamter durch einen Bengalo leicht verletzt. Insgesamt wurden rund 180 Sitzschalen zerstört.

Raketen durch das Netz


Zudem wurden zahlreiche sogenannte Single-Shot-Raketen durch das Sicherheitsnetz gezielt in Richtung der Heimblöcke 15 und 16 sowie auf Polizei- und Feuerwehrkräfte abgefeuert. Dabei wurden eine Polizeibeamtin und ein Besucher im Block 16 leicht verletzt. Auch Teile der Toilettenanlagen im Gästebereich und die Tartanbahn wurden beschädigt. Die Höhe des Gesamtschadens lässt sich derzeit noch nicht beziffern."



Rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft


Zur Kritik am Sicherheitskonzept schreibt die Eintracht:

"Eintracht Braunschweig hat das Sicherheitskonzept für das Niedersachsenderby nochmals intensiviert und die Sicherheitsmaßnahmen in enger Abstimmung mit den zuständigen Netzwerkpartnern umgesetzt. Insbesondere bei den Einlasskontrollen im Gästebereich wurden die rechtlich möglichen Kontrollmaßnahmen maximal ausgeschöpft.

"Eine sehr gute Arbeit"


Die Umsetzung des Sicherheitskonzepts und die Organisation des Spieltags wurden von den beteiligten Netzwerkpartnern ausdrücklich positiv bewertet. Vier Sicherheitsbeobachter und Vertreter des Kontrollausschusses von Bundesliga und DFB, die den Spieltag in offizieller Funktion begleiteten, bescheinigten der Organisations- und Sicherheitsabteilung sowie der Fanbetreuung von Eintracht Braunschweig eine sehr gute Arbeit. Besonders positiv hervorgehoben wurden das gemeinsam mit der Polizei abgestimmte Sicherheitskonzept, dessen Umsetzung sowie das Kommunikationsmanagement auf Führungs- und operativer Ebene.

Die Vorfälle im Gästeblock sind für Eintracht Braunschweig als Veranstalter nicht hinnehmbar und werden aufgearbeitet. Das Eintracht-Stadion soll für alle Fans und Besucherinnen und Besucher ein sicherer Ort sein. Dafür setzt Eintracht Braunschweig auf professionelle Sicherheitsstrukturen, eine enge Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Maßnahmen."