Weiterer Widerstand gegen Wendeschleife: Bürger wollen Bau stoppen

Mit einer Petition wollen Bürger den Bau verhindern. Sie warnen vor der Zerstörung des Ortszentrums.

von


Hier soll sie entstehen: die Wendeschleife für die Straßenbahn (Archivbild).
Hier soll sie entstehen: die Wendeschleife für die Straßenbahn (Archivbild). | Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. Die geplante Wendeschleife für die Straßenbahn in Gliesmarode trifft weiterhin auf Widerstand. Wie regionalHeute.de berichtete, regten bereits mehrere Stadtbezirksratsfraktionen an, das Projekt nochmal zu überdenken. Auch die Bürger vor Ort sind inzwischen aktiv und formieren sich.



Der Bau der Wendeschleife in Gliesmarode ist Teil des Linien-Ausbauprojekts "Stadt.Bahn.Plus", noch in diesem Herbst sollen die Bauarbeiten starten, hatte die Braunschweiger Verkehrs GmbH Mitte März verkündet. An der Kreuzung zwischen der Berliner Straße und der Querumer Straße würde die Schleife neben der Bugenhagenkirche entstehen. Dort ist derzeit ein kleiner Park, in dem sich auch ein Denkmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges befindet. Gleich daneben befindet sich das Nahversorgungszentrum des Ortes – unter anderem mit Supermarkt, Sparkasse und Apotheke.

Bürger fordern: Bau der Wendeschleife stoppen


Nun haben neben mehreren Kommunalpolitikern auch Bewohner des Ortsteils den Plänen den Kampf angesagt und eine Online-Petition gestartet. Deren Ziel ist eindeutig formuliert: "Mit der Petition fordern wir den Rat der Stadt Braunschweig auf, den Bau der Wendeanlage in Gliesmarode zu stoppen und stattdessen die vorhandene Wendeanlage in Volkmarode weiter zu nutzen." Dass sich Bürgerinitiativen aus dem Osten Braunschweigs wehrhaft gegen Pläne stemmen können, hatte vor wenigen Jahren bereits eine Bewegung in Volkmarode gezeigt, die sich erfolgreich gegen die Ansiedlung eines Bordells an der Berliner Straße einsetzte.

Gliesmarode: "Zentrum des Stadtteils wird zerstört“


Nun geht es aber quasi um ein anderes horizontales Gewerbe: den Straßenbahnverkehr und seine Erweiterung in den Ortskern Gliesmarodes hinein. Dieses Herz des Ortsteils würde bei Umsetzung der Stadtbahn-Pläne vor einschneidenden Veränderungen stehen. Wie die Petitions-Starter schreiben: "Das jetzige Zentrum des Stadtteils wird zerstört. 22 teils alte Bäume werden gefällt. Die Infrastruktur wird gefährdet durch Umsatzeinbußen aufgrund schlechterer Erreichbarkeit." Direkt vor Ort befinden sich unter anderem eine Sparkassen-Filiale, eine Apotheke und ein Nahversorger. Während der Bauphase wäre der Ort bereits stark benachteiligt, argumentieren die Petitions-Starter.

Noch dazu bezweifeln sie den Sinn und Nutzen der neuen Wendeschleife. Diese hat zum Ziel, insgesamt weniger Straßenbahnen zur Endstation nach Volkmarode fahren zu lassen, und so die Taktung zu optimieren. Für die Verfasser der Petition sei dies eine Methode, um den Ausbau der Teilstrecke nach Volkmarode-Nord – dies ist ein weiteres geplantes Projekt – schönzurechnen. Dabei hätten Straßenbahnnutzer, die ab Querumer Straße weiter Richtung Osten fahren, durch die Wendeschleife erhebliche Nachteile: Es fahren schließlich weniger Bahnen. Zudem liegen nur drei Haltestellen zwischen Querumer Straße, wo die neue Wendeschleife entstehen soll, und der jetzigen Endstation der Linie 3 in Volkmarode. Und eben dort befindet sich ja bereits eine Wendeschleife.

Ähnlich wie zuvor bereits Mitglieder der Stadtbezirksräte verweisen auch die Verfasser der Petition auf die stark gestiegenen Kosten, die für das Projekt veranschlagt werden. Allein für die Wendeschleife sind inzwischen 9 statt der am Anfang einkalkulierten 3 Millionen Euro eingeplant.

Während ein Antrag der CDU-Fraktion zu dem Thema am morgigen Donnerstag im Rat des Stadtbezirks Hondelage-Volkmarode auf der Tagesordnung steht, wird die Online-Petition noch eine Weile um Unterzeichner kämpfen. Am heutigen Mittwoch waren es bereits mehr als 600 Unterstützer.

Themen zu diesem Artikel


ÖPNV Braunschweig ÖPNV Baustelle CDU