AfD Gifhorn im Clinch: Droht Marzischewski-Drewes der Partei-Ausschluss?

Im AfD-Kreisverband Gifhorn fliegen die Fetzen: Während der Kreisvorsitzende Robert Preuß ein Parteiausschlussverfahren gegen Stefan Marzischewski-Drewes einleiten will, holt dieser zum Gegenschlag aus.

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Innerhalb der AfD Gifhorn gibt es Unstimmigkeiten.
Innerhalb der AfD Gifhorn gibt es Unstimmigkeiten. | Foto: regionalHeute.de (Archiv)

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Gifhorn. Im AfD-Kreisverband Gifhorn ist es in den vergangenen Monaten zu erheblichen innerparteilichen Spannungen gekommen. Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht der niedersächsische Landtagsabgeordnete und Kreisverbandsmitglied Stefan Marzischewski-Drewes, gegen den ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet werden soll.



Der AfD-Kreisvorsitzende Robert Preuß hat entsprechende Medienberichte gegenüber regionalHeute.de bestätigt. Er betonte dabei, es gehe nicht um persönliche Motive, sondern um parteischädigendes Verhalten, um ein ganz klares, satzungstechnisches Ausschlusskriterium. "Wer mit einer eigenen Liste antritt und damit direkt gegen die Kandidaten der eigenen Partei konkurriert, baut eine Konkurrenzstruktur auf. In so einem Fall sind wir als Kreisverband formal und rechtlich zum Handeln gezwungen, da würde ich andernfalls selbst Probleme bekommen", sagt Preuß. Die entscheidenden Weichen sollen am kommenden Montag gestellt werden, wenn der AfD-Kreisverband zusammenkommt, um das weitere Vorgehen und die nächsten Schritte in dieser Angelegenheit offiziell zu beschließen. Bis zu dieser Entscheidung will sich Preuß nicht zu Details äußern. "Ich hätte mir eigentlich gewünscht, sage ich ganz ehrlich, dass er selber austritt. Aber das macht er nicht."

Marzischewski spricht von „Mundtotmachen“ und Vertuschung


Stefan Marzischewski-Drewes weist die Vorwürfe scharf zurück. Von einem möglichen Verfahren habe er bislang (Stand 27. Mai) ausschließlich über die Medien erfahren. Eine offizielle Mitteilung liege ihm nicht vor. Sollte tatsächlich ein Verfahren eingeleitet werden, werde er sich rechtsstaatlich damit auseinandersetzen.

Nach seiner Einschätzung diene das Vorgehen des Vorstands jedoch in erster Linie dazu, „kritische Stimmen innerhalb des Kreisverbandes mundtot zu machen“, um bestehende Missstände zu vertuschen. Laut dem Landtagsabgeordneten eskaliere der interne Streit bereits seit Monaten. Es seien inzwischen mehr als ein Dutzend Verfahren und Beschwerden anhängig; zudem habe er bereits den Bundesvorstand über die Zustände im Landesverband Niedersachsen und im Kreisverband Gifhorn informiert.

Schwere Vorwürfe gegen den Kreisvorstand


Marzischewski-Drewes erhebt im Gegenzug schwere Vorwürfe gegen die Führung des Kreisverbandes. Er habe wiederholt auf erhebliche organisatorische, finanzielle und satzungsrechtliche Probleme hingewiesen. Unter anderem fehle von der Aufstellungsversammlung vom 28. Februar 2026 nach über zwölf Wochen noch immer das offizielle Protokoll. Dies dokumentiere erneut, dass der Kreisvorstand unter Führung des „Schledde-Vertrauten“ Robert Preuß nicht in der Lage sei, grundlegende parteirechtliche Standards einzuhalten. Wegen dieses Vorfalls habe er das Landesschiedsgericht angerufen. Zudem bestünden weiterhin offene Fragen hinsichtlich der Kassenführung und der Mitgliedsaufnahmen.

Er habe den Eindruck, dass sachliche Kritik gezielt persönlich bekämpft werde. Unabhängig davon bleibe sein Fokus auf der Kommunalpolitik. Zum Abschluss rechnete Marzischewski-Drewes scharf mit der Parteispitze ab: „Die Politik hat den Menschen zu dienen und nicht der Karriere von im realen Leben gescheiterten Politikern, die Politik als Geschäftsmodell für sich selbst entdeckt haben.“

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