Gifhorn. Zum 13. Mal in Folge haben sich IAV-Beschäftigte zum Tarif TuEsDay – der Begriff stammt von der IG Metall – am Gifhorner Standort des Entwicklungsdienstleisters versammelt. Das berichtet die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. Demnach seien IG-Metaller aus dem gesamten Bundesgebiet – darunter aus Sachsen, aus Süddeutschland und aus dem von Schließung bedrohten Standort Berlin – zum niedersächsischen Standort gereist. Insgesamt versammelten sich am Dienstagmittag rund 1.000 Beschäftigte auf dem Parkplatz an der Rockwellstraße.
Zum Hintergrund: Anfang Mai hatte die IAV-Geschäftsführung ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das die IG Metall und die Betriebsräte als Kahlschlag bezeichnen: Bis zu 1.400 Arbeitsplätze sollen bis Mitte 2027 abgebaut werden. Der Berliner Standort mit rund 1.250 Beschäftigten soll zum 30. Juni 2027 vollständig geschlossen werden.
IAV-Mitarbeiter aus Berlin sollen nach Gifhorn wechseln
Mitarbeitern soll angeboten werden, an den Standort Gifhorn zu wechseln. Das sei keine Option, betont die Gewerkschaft. Außerdem habe die IAV-Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Zugeständnisse gemacht. Im Rahmen eines Zukunftssicherungstarifvertrags wurde auf Vergütung in zweistelliger Millionenhöhe verzichtet – verbunden mit klaren Versprechen der Geschäftsführung über neue Aufträge und Investitionen.
Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Solidarisch und über alle Standorte hinweg stellen sich die IAV-Kolleginnen und -Kollegen gegen die Kahlschlagspläne der Geschäftsführung. Das Management muss jetzt ein echtes Zukunftskonzept vorlegen, um die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. IAV bringt alle Voraussetzungen mit, um eine tragende Rolle in der Transformation der Autoindustrie einzunehmen. Die Schließung des Stammsitzes Berlin oder anderer Standorte werden wir nicht hinnehmen.“

