Unfall mit Schulbus - So lief der Einsatz für die Feuerwehr

Am heutigen Montagmorgen waren ein mit 30 Grundschülern besetzter Bus und ein Auto zusammengestoßen.

Die Fahrzeuge waren nur mit geringer Geschwindigkeit zusammengestoßen.
Die Fahrzeuge waren nur mit geringer Geschwindigkeit zusammengestoßen. | Foto: Tobias J. Nadjib / Kreisfeuerwehr Gifhorn

Wittingen. Wie berichtet, kam es am heutigen Montagmorgen zu einem Verkehrsunfall mit einem mit Grundschulkindern besetzten Linienbus in Wittingen. Kurz nach 8:30 Uhr stießen im Kreuzungsbereich am Fuhlenriedweg ein Linienbus mit rund 30 Schülerinnen und Schülern auf dem Weg zur Grundschule Wittingen und ein Auto zusammen. Über den Einsatz berichtet jetzt auch die Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemeldung.



Aufgrund der hohen Zahl an Beteiligten und der zunächst unklaren Lage wurde der Einsatz nach dem Stichwort „Massenanfall von verletzten Personen" (MANV) abgearbeitet. Drei Kinder, die Fahrerin des Linienbusses sowie der Fahrer des Autos kamen mit leichten Verletzungen in die Kliniken nach Wittingen, Gifhorn und Wolfsburg. Die übrigen Kinder blieben unverletzt.

Gezielt in passende Krankenhäuser


Erste eintreffende Kräfte des Rettungsdienstes sichteten die Beteiligten unmittelbar an der Einsatzstelle. Parallel wurde ein Bereitstellungsraum für die nachrückenden Rettungstransportwagen eingerichtet, aus dem heraus die transportbedürftigen Patientinnen und Patienten anschließend gezielt in passende Krankenhäuser verlegt wurden. Im Einsatz waren sechs Rettungswagen aus dem Landkreis, die Notarzteinsatzfahrzeuge aus Wittingen und Gifhorn, der Leitende Notarzt sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Landkreises Gifhorn. Die Polizei sicherte die Unfallstelle und nahm den Unfall auf.

Dr. Sven Markworth, Leitender Notarzt des Landkreises Gifhorn.
Dr. Sven Markworth, Leitender Notarzt des Landkreises Gifhorn. Foto: Tobias J. Nadjib / Kreisfeuerwehr Gifhorn


„Der erste eintreffende Rettungswagen hat sofort die standardisierten Abläufe in Gang gesetzt. Wir konnten zügig sichten, priorisieren und transportieren", erläuterte Dr. Sven Markworth, Leitender Notarzt im Landkreis Gifhorn. „Die Verletzungen waren erkennbar leichter Natur, also Schwellungen und leichte Schmerzen. Dass es nicht schlimmer kam, liegt vor allem an der niedrigen Geschwindigkeit, mit der sich beide Fahrzeuge im Wohngebiet bewegten."

Betreuung der Kinder


Für die unverletzten Kinder organisierten die Einsatzkräfte gemeinsam mit dem Busunternehmen einen Ersatzbus, der die Schülerinnen und Schüler zur Grundschule Wittingen brachte. Dort erfolgte in der Mensa gemeinsam mit der Schulleitung und den Lehrkräften eine sorgfältige, lückenlose Dokumentation jedes einzelnen Kindes anhand der Klassenlisten. So wurde sichergestellt, dass alle anwesenden Kinder erfasst waren und die Eltern gezielt informiert werden konnten. Schritt für Schritt übergaben die Einsatzkräfte die Kinder anschließend in die Obhut der Eltern oder in die Betreuung der Schule.

30 unverletzte Schülerinnen und Schüler treffen mit dem Ersatzbus an der Grundschule Wittingen ein.
30 unverletzte Schülerinnen und Schüler treffen mit dem Ersatzbus an der Grundschule Wittingen ein. Foto: Tobias J. Nadjib / Kreisfeuerwehr Gifhorn


„Lagen mit Linienbussen üben wir regelmäßig, weil immer viele Menschen betroffen sind. Heute haben sich die eingespielten Strukturen ausgezahlt", hob Fabian Streilein, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst im Landkreis Gifhorn, hervor. „Vom ersten eintreffenden Rettungswagen über die Sichtung bis zum Ersatzbus für die unverletzten Kinder hat jedes Glied der Kette gegriffen. Das nimmt den Einsatzkräften Druck und überträgt sich unmittelbar auf die Betroffenen."

Dokumentation der betreuten Kinder durch den Rettungsdienst in der Mensa der Grundschule Wittingen.
Dokumentation der betreuten Kinder durch den Rettungsdienst in der Mensa der Grundschule Wittingen. Foto: Tobias J. Nadjib / Kreisfeuerwehr Gifhorn


Während in der Mensa nach und nach die Eltern und Klassenlehrkräfte eintrafen, um die Kinder in Empfang zu nehmen, beantwortete die Pressestelle der Kreisfeuerwehr den Schulkindern ihre Fragen rund um die Feuerwehrarbeit im Landkreis. Aus der anfänglichen Aufregung über das Erlebte wurde rasch lebhaftes Interesse: Viele Kinder kannten die Feuerwehr bereits aus ihren Heimatorten – einige aus der Kinder- oder Jugendfeuerwehr, andere von Dorffesten oder gemeinsamen Aktionen. Aus einem aufwühlenden Schulwegmorgen wurde für die Grundschülerinnen und Grundschüler am Ende ein kleines Abenteuer.

Bei dem Einsatz handelte es sich um eine reine Rettungsdienstlage; die Feuerwehr war nicht eingesetzt. Im Rahmen des im Landkreis Gifhorn etablierten MANV-Konzepts wird die Pressestelle der Kreisfeuerwehr bei solchen Lagen jedoch frühzeitig hinzugezogen, um Bevölkerung und Angehörige verlässlich informieren zu können. „Wenn ein voll besetzter Linienbus mit Schulkindern betroffen ist, zählt auch in der Kommunikation jede Minute. Eltern müssen wissen, wo ihre Kinder sind und wie es ihnen geht. Genau dafür greifen die abgestimmten Abläufe", erklärte Tobias Nadjib, Leiter der Kreisfeuerwehr-Pressestelle. Für Auskünfte zur Unfallursache und Schadenshöhe wenden Sie sich bitte an die Polizei.