Gifhorn. In Groß Oesingen ist die Feuerwehr Gifhorn seit dem heutigen Dienstagmittag gegen 12 Uhr im Einsatz. "Feuer in einer Werkstatt", meldeten die Einsatzkräfte. Kurz danach folgte eine Alarmstufenerhöhung. Die Löscharbeiten wirken sich auch auf den Straßenverkehr an der Bundesstraße 4 aus.
Laut Feuerwehr brannte eine Garage an der Hauptstraße in Groß Oesingen im nördlichen Landkreis Gifhorn. "Das Feuer ist aus", berichtet Timm Bußmann, Pressesprecher der Feuerwehr Gifhorn im Gespräch mit regionalHeute.de. Der Dachstuhl des Gebäudes sei eingestürzt. "Das erschwert die Nachlöscharbeiten", so Bußmann. Diese laufen derzeit – gegen 14.30 Uhr – noch. Aus einer Zwischendecke qualme es weiterhin.
Groß Oesingen weiträumig umfahren
Die Ortsdurchfahrt – die B4 – bleibt währenddessen voll gesperrt, so Bußmann. Das meldet auch die Verkehrsmanagementzentrale. Ortskundige Autofahrer werden demnach gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.
Aktualisiert (18:15 Uhr):
Inzwischen liegt eine Pressemitteilung der Kreisfeuerwehr Gifhorn zu dem Einsatz vor. Darin ist von einem Großbrand in einer Werkstatthalle die Rede. Gegen 12:08 Uhr wurden die ersten Einsatzkräfte zunächst mit dem Stichwort „B3 – Feuer in Werkstatt“ alarmiert. Bereits auf der Anfahrt ließ Gemeindebrandmeister Torsten Winter die Alarmstufe auf „B4“ erhöhen und löste damit Vollalarm für sämtliche Feuerwehren der Samtgemeinde Wesendorf aus.
Verfügbarkeit zur Mittagszeit
„Die Erfahrung zeigt, dass gerade um die Mittagszeit die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte eingeschränkt ist, daher habe ich bereits auf der Anfahrt entschieden die Alarmstufe zu erhöhen“, erläuterte Gemeindebrandmeister Torsten Winter die Entscheidung zur frühzeitigen Alarmstufenerhöhung.
Als erster Einsatzleiter traf Ortsbrandmeister Klaus Rieken von der Feuerwehr Groß Oesingen an der Einsatzstelle ein. „Bereits auf Anfahrt waren die Rauchschwaden von weitem sichtbar, beim Eintreffen stand die Werkstatthalle bereits im Vollbrand, daher konzentrierten wir uns im ersten Schritt auf eine Riegelstellung zu den angrenzenden Wohnungen“, schilderte Rieken die Lage beim Eintreffen der ersten Kräfte.
Schutz der angrenzenden Wohngebäude
Um die umfangreichen Löschmaßnahmen effizient koordinieren zu können, wurde die Einsatzstelle in drei Einsatzabschnitte gegliedert. Insgesamt kamen fünf C-Rohre sowie zwei B-Rohre zum Einsatz. Der Schwerpunkt der Feuerwehrmaßnahmen lag zunächst auf dem Schutz der angrenzenden Wohngebäude, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Ein Mitarbeiter der Werkstatt zog sich bei eigenen Löschversuchen schwere Brandverletzungen an einer Hand zu. Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst wurde er zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus nach Braunschweig gebracht. Eine weitere betroffene Person wurde durch den Rettungsdienst untersucht und konnte vor Ort behandelt werden.
Rund 70 Einsatzkräfte vor Ort
Insgesamt waren die Feuerwehren der Samtgemeinde Wesendorf mit rund 70 Einsatzkräften vor Ort, darunter 25 Atemschutzgeräteträger. Unterstützt wurden die Feuerwehrkräfte durch den Rettungsdienst sowie die Polizei. Während der umfangreichen Löscharbeiten musste die Bundesstraße 4 im Bereich der Einsatzstelle vollständig gesperrt werden.
Gegen 13:50 Uhr konnte durch die Einsatzleitung „Feuer unter Kontrolle“ gemeldet werden und die ersten Schlauchleitungen wurden zurückgebaut. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich jedoch weiterhin aufwendig. Durch den Einsturz des Hallendaches waren zahlreiche Glutnester in der Zwischendecke nur schwer erreichbar, sodass sich die Maßnahmen noch über längere Zeit hinzogen.
70.000 Euro Schaden
Abschließend berichtet die Polizei, dass eine Akkuladestation Feuer gefangen hatte. Ein Versuch eines Mitarbeitenden, das Feuer eigenständig löschen zu wollen missglückte und das Feuer breitete sich in der Halle aus. Das Feuer griff auf die Fahrzeughalle über, wobei ein Fahrzeug im Innenraum und vier weitere im Außenbereich beschädigt wurden. In der Folge breitete sich das Feuer auf ein angrenzendes, leerstehendes Wohnhaus aus und beschädigte dies ebenfalls. Der entstandene Schaden wird aktuell auf etwa 70 000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen hierzu laufen.

