Gifhorn. Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Straße „Alte Riede“ in Gifhorn hat am frühen Morgen einen größeren Einsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Der Schaden ist erheblich, verletzt wurde niemand.
Wie die Polizei berichtet, wurde am Samstagmorgen gegen 5:28 Uhr ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Alten Riede gemeldet. Nach ersten Angaben sollten sich noch Personen im Gebäude befinden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die Meldung: Ein Balkon des Gebäudes stand in Vollbrand. Das Feuer hatte bereits auf die Gebäudefassade sowie den Dachstuhl übergegriffen.
Keine Personen im Gebäude
Bei dem betroffenen Objekt handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt vier Wohneinheiten. Entgegen der ursprünglichen Meldung befanden sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte keine Personen mehr im Gebäude. Die Überprüfung gestaltete sich zunächst schwierig, da sich neben den geretteten Bewohnern auch zahlreiche Schaulustige vor dem Haus aufhielten. Im weiteren Verlauf konnte festgestellt werden, dass sich zum Brandzeitpunkt insgesamt zehn Personen (acht Erwachsene und zwei Kinder) sowie eine Katze im Haus befanden. Alle konnten das Gebäude eigenständig und unverletzt verlassen.
Zahlreiche Kräfte im Einsatz
Zur Brandbekämpfung waren zunächst die Ortsfeuerwehren Gifhorn und Wilsche im Einsatz, Gamsen und Neubokel wurden nachalarmiert. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude konnte erfolgreich verhindert werden. Neben der Feuerwehr war auch die Polizei Gifhorn mit einem Großaufgebot vor Ort.
Im Zuge der Maßnahmen musste durch den örtlichen Energieversorger die Strom- und Gasversorgung in der betroffenen Wohnsiedlung vollständig unterbrochen werden. Davon waren etwa 30 Häuser betroffen.
Polizei hat Ermittlungen aufgenommen
Die Ermittlungen zur Brandursache wurden durch die Tatortgruppe der Polizeiinspektion Gifhorn aufgenommen und dauern an. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Nachlöscharbeiten sind weiterhin im Gange.
Das Gebäude wurde durch das Feuer sowie durch Löschwasser erheblich beschädigt und ist derzeit unbewohnbar. Der entstandene Gebäudeschaden wird auf etwa 750.000 Euro geschätzt.
Ein Großteil der Bewohner kam vorübergehend bei Bekannten und Verwandten unter. Für vier Erwachsene wurde durch die Stadt Gifhorn eine Notunterkunft bereitgestellt.
Bevölkerung wurde gewarnt
Die Feuerwehr ergänzt in ihrem Bericht, dass das Mehrfamilienhaus bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte vom Keller bis zum Dachstuhl in Vollbrand gestanden habe. Alle zehn Bewohner konnten sich noch vor Eintreffen der Feuerwehr unverletzt ins Freie retten.
Zur Brandbekämpfung wurde ein umfassender Löschangriff im Innen- und Außenbereich eingeleitet. Dabei kam unter anderem eine Drehleiter zum Einsatz, mit der Teile des Daches geöffnet und gezielt Glutnester abgelöscht wurden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung erfolgte der Einsatz überwiegend unter schwerem Atemschutz, zeitweise wurde zudem eine Bevölkerungswarnung herausgegeben.
75 Kräfte im Einsatz
Im Verlauf des Einsatzes wurden mehrere Ortsfeuerwehren nachalarmiert, sodass insgesamt rund 75 Einsatzkräfte beteiligt waren. Im Kellerbereich kam zudem Schaummittel zum Einsatz, um die dort besonders hohe Brandlast zu bekämpfen. Unterstützt wurden die Maßnahmen durch den örtlichen Energieversorger, der Strom-, Gas- und Wasserversorgung abschaltete.
Auch organisatorische und unterstützende Aspekte wie die Versorgung der Einsatzkräfte, die Einsatzstellenhygiene sowie die medizinische Absicherung durch den Rettungsdienst und das Deutsche Rote Kreuz wurden hervorgehoben.

