Nach Aktionsplan: Imke Byl fordert Kehrtwende bei Waldbrandprävention

Das niedersächsische Innenministerium hat kürzlich einen Aktionsplan für die Prävention von Waldbränden vorgelegt. Imke Byl reiche das bei Weitem nicht.

Imke Byl. Symbolbild.
Imke Byl. Symbolbild. | Foto: Archiv

Gifhorn. Bereits im April erreichte der Landkreis Gifhorn in diesem Jahr die höchste Waldbrandwarnstufe 5. Den Wetterberichten zufolge gibt es in den nächsten Tagen wieder einige Regenschauer – eine Erleichterung für Landwirte und die Natur, die jedoch nicht von Dauer sei. Die Gifhorner Grünen-Abgeordnete Imke Byl fordert ein Umlenken der Landesregierung - für mehr Katastrophenschutz und eine nachhaltige Bekämpfung der Waldbrandgefahren. Sie kritisiert den Aktionsplan der Regierung als unzureichend.


„Glücklicherweise werden für die kommenden Tage Regenschauer vorausgesagt. Durch den vorhergesagten schwachen Wind und nur zeitweiligen Sonnenschein wird das Wasser auch nicht so schnell verdunsten. Das wird der Region vorerst Erleichterung bringen, nachdem es in Niedersachsen zuletzt seit dem 11. März keine nennenswerten Niederschläge mehr gegeben hat. Laut Klimavorhersage der Experten des Deutschen Wetterdienstes werden die nächsten zehn Jahre jedoch noch heißer und trockener, die Temperaturen werden 2025 bis 2029 um bis zu zwei Grad im Mittel ansteigen. Deshalb müssen wir besser Vorsorge treffen und die Brandgefahr von Wäldern und Mooren in den Fokus nehmen“, erklärt die Gifhorner Grünen-Abgeordnete Imke Byl. „Der sogenannte „Aktionsplan“ der rot-schwarzen Landesregierung ist dabei wenig hilfreich. Nicht einmal die Waldbrandeinsatzkarten sind alle digital verfügbar. Um die schlimmsten Folgen abzuwenden, ist bei diesem Thema darüber hinaus eines unabdingbar: zügiger und konsequenter Klimaschutz.“

Durch die Klimakrise und die zunehmende Trockenheit in Niedersachsen steigt die Brandgefahr von Wäldern und ausgetrockneten Mooren. Dennoch wird ein Antrag der Grünen-Fraktion vom Juni 2019 zur Verstärkung des Katastrophenschutzes vor Wald- und Moorbränden auch weiterhin nicht umgesetzt – obwohl er von allen Feuerwehrexperten im Landtag als überfällig gewertet wurde. Die derzeitige Ausstattung von Feuerwehren für den Katastrophenschutz sind nicht ausreichend. Stattdessen wurden die Zuschüsse für den Katastrophenschutz im Haushalt 2020 durch SPD und CDU sogar gekürzt.

Byl fordert Aufstockung der Mittel für Katastrophenschutz


„Das ist angesichts der steigenden Gefahren durch den Klimawandel eindeutig der falsche Weg. Am eindrucksvollsten hat uns das doch spätestens der große Moorbrand 2018 bei Meppen deutlich gezeigt“, bewertet die grüne Landtagsabgeordnete Imke Byl das aktuelle Handeln der Landesregierung. Nicht ohne Grund haben die kommunalen Spitzenverbände mehrfach eine Aufstockung der Landesmittel für die Zuschüsse an Feuerwehren und ihre Ausstattung um jährlich 6 Millionen Euro gefordert.

„Der von uns im vorigen Jahr gestellte Antrag für wirksame Maßnahmen gegen Wald- und Moorbrände wurde in enger Zusammenarbeit mit Waldbrandexperten ausgearbeitet. Die ausgetrockneten Moore müssen dringend wieder vernässt und die Wasserstände dauerhaft erhöht werden. Außerdem müssen die Wälder von stark brandgefährdeten Kiefern- zu Laubmischwäldern umstrukturiert werden. Beides betrifft gerade auch unseren Landkreis“, betont Byl.

„Wir Grüne fordern deshalb, dass Umweltminister Lies und Innenminister Pistorius den Schutz vor Moor- und Waldbränden in Niedersachsen endlich stärker in den Fokus nehmen müssen. Die Katastrophenschützer unseres Landes haben eine größtmögliche Unterstützung verdient."

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