Gifhorn. Mit der feierlichen Eröffnung der Johanna-Menke-Schule am heutigen Freitag ist das größte Neubauprojekt der letzten Jahre in der Gifhorner Bildungslandschaft abgeschlossen. Im April 2025 erfolgte der erste Spatenstich, nach dem Ende der Herbstferien 2026 startete an der neuen Hauptschule in dieser Woche der Unterricht für die rund 400 Schülerinnen und Schüler und ihre 50 Lehrkräfte. Das berichtet die Stadt Gifhorn in einer Pressemitteilung.
„Es war ein ambitioniertes Projekt, das gemeinschaftlich mit allen Beteiligten planerisch und in den letzten Monaten baulich Stück für Stück Gestalt angenommen hat. Und seit Montag wird hier gelernt. Darauf sind wir stolz, denn die Johanna-Menke-Schule ist ein wichtiger Baustein für unsere gesamte Schullandschaft, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Hier eröffnen wir beste Bildungschancen und schaffen die Basis für die berufliche Ausbildung oder auch für weiterführende Bildungswege“, sagte Matthias Nerlich, Bürgermeister der Stadt Gifhorn, anlässlich des Festaktes zur Eröffnung.
Rund 200 Gäste
Zu diesem hatten sich rund 200 Gäste aus Politik, Bildung, Verwaltung von Stadt und Landkreis Gifhorn sowie dem Land Niedersachsen in der Aula der Schule versammelt. Am Nachmittag erkundeten Eltern, Nachbarn und weitere Interessierte bei einem Tag der offenen Tür die Räume und Außenanlagen der neuen Schule in der Jägerstraße in Gifhorn.
Neue Wege bei der Umsetzung
Für den Bau der neuen Hauptschule hatte die Stadt Gifhorn neue Wege eingeschlagen. Im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens wurde ein Totalunternehmer gesucht, der die Schule plant und schlüsselfertig übergibt. Dem Verfahren war ein Teilnahmewettbewerb vorgeschaltet. Sieger dieses Verfahrens wurde Ende 2024 die Depenbrock Partnering GmbH & Co. KG aus Bielefeld. Sie hatte, so urteilte die Fachjury damals, das überzeugendste Planungs- und Raumkonzept.

Grußworte sprachen Bürgermeister Matthias Nerlich, Kristina Lange (Dezernentin des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung Braunschweig), Schulleiter Dr. Detlef Eichner und Markus Kellner (Geschäftsführer der Depenbrock Partnering GmbH & Co. KG) (v. li.). Foto: Stadt Gifhorn
Das Ergebnis spricht laut Stadt für sich: Die Schule wurde nach einer Bauzeit von 18 Monaten termingerecht Ende September 2026 an die Stadt Gifhorn als Bauherrin übergeben. Ebenfalls im Plan blieben die Kosten: 31,2 Millionen Euro wurden für die Gebäude, Außenanlagen und den Vorplatz an der Carl-Diem-Straße aufgewendet.
„Wir haben die Schule aus miteinander verwobenen Kuben entlang einer Bewegungsachse aufgebaut. An den Verbindungstrakt sind im Erdgeschoss beispielsweise Aula, Mensa, Bücherei und Multifunktionsraum angegliedert. Die Lernbereiche sind als flexible helle Cluster in den oberen Etagen ausgebildet“, erläuterte Markus Kellner, Geschäftsführer der Depenbrock Partnering GmbH & Co. KG.
Nachhaltigkeit war wichtig
Ein großes Augenmerk lag auch auf der Nachhaltigkeit. So erfolgt die Wärmeversorgung beispielsweise ohne den Einsatz von fossilen Brennstoffen mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen. Insgesamt entspricht der Neubau den aktuellsten Klimarichtlinien des Landes Niedersachsen, das dafür Fördermittel in Höhe von einer Million Euro bereitstellte.
Die Schule – ein Gemeinschaftsprojekt
Die Schule ist unter Mitwirkung der Schulgemeinschaft, politischer Vertreterinnen und Vertreter, die sich unter anderem in einer Arbeitsgruppe engagierten, sowie der Fachbereiche Bildung & Jugend und Bauverwaltung der Stadt Gifhorn entstanden. Als begleitende Arbeitsgruppe haben sie über zwei Jahre lang den Entstehungsprozess der Schule begleitet und ihr Konzept inhaltlich mitentwickelt. Sie haben mitentschieden, wie diese Schule aussehen soll, wer sie baut, und welche pädagogischen Grundsätze im Mittelpunkt stehen sollen.
Im laufenden Planungs- und Bauprozess legte das Bundesbildungsministerium das sogenannte Startchancen-Programm vor, von dem auch die Johanna-Menke-Schule profitiert. Es fördert bundesweit Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Für sie konnten die Rahmenbedingungen an der neuen Schule dadurch nochmals verbessert werden.
Lernhaus nach dem Cluster-Prinzip
Entstanden ist ein Gebäude, in dem sich der innovative pädagogische Ansatz der Schule in der Architektur widerspiegelt: ein Lernhaus nach dem Cluster-Prinzip gebaut, das jungen Menschen ein Lern- und Lebensort sein soll. Die Cluster sind nach Jahrgängen und Lernstand gegliedert, die kleine überschaubare Einheiten bilden und auch räumlich eng verbunden sind. Sie umfassen Lerninseln, Klassenzimmer und Funktionsräume.
„Wir bieten den Schülerinnen und Schülern modernste Lernbedingungen. Gleichzeitig unterstützt die Bauweise die Gruppen- und Teambildung. Hier können sich Schülerinnen und Schüler wirklich heimisch fühlen“, zeigte sich Schulleiter Dr. Detlef Eichner überzeugt. Beim Bau der Hauptschule hat die Stadt von Anfang an den Campus-Gedanken mit verfolgt. Diese Schule sollte kein „Closed Shop“ sein, sondern eine Schule, die sich nach allen Seiten hin öffnet und sich mit den umliegenden Bildungs- und Freizeiteinrichtungen zu einem Bildungscampus verbindet.
Zusammenhalt im Quartier
Diesen Schritt ist die Stadt mit ihrem Konzept für den Südstadtcampus gegangen. Mit dem hier neu installierten Campus-Management und Angeboten wie dem kürzlich eröffneten Haus der Generationen will die Stadt eine Infrastruktur bieten, damit der gesellschaftliche Zusammenhalt im Quartier wachsen kann. Die Menschen, die hier leben, sind eingeladen, diesen Prozess nach ihren Bedürfnissen und ihren Ideen zu gestalten.

