Gifhorn. Eine Horror-Meldung aus dem März 2025 beschäftigt eine betroffene Familie und auch die Justiz noch heute. Damals hatten Kinder in Müden (Aller) im Landkreis Gifhorn sich mit Klingelstreichen im Ort die Zeit vertrieben. Ein 59-Jähriger, wohl ein Betroffener dieser Klingelstreiche, hatte die Kinder dann verfolgt – bis in ein Waldstück am Friedhof hinein. Dort hat der 59-Jährige eines der Kinder erst geschlagen und dann in den Müdener Kanal geworfen. Ein traumatisches Erlebnis für das Kind – wie die Mutter zuletzt berichtete. Die Justiz ist derweil noch immer mit dem Fall beschäftigt.
Die Mutter hatte zuletzt mehrere, inzwischen aber gelöschte Videobeiträge auf der Plattform Tiktok veröffentlicht, in denen sie von dem damaligen Vorfall und den Konsequenzen berichtete. Demnach habe das Ereignis seine Spuren hinterlassen. Noch heute sei es ein Thema, das ihr Kind stark beschäftigen würde. Die Mutter ging auch auf die Unverhältnismäßigkeit des mutmaßlichen Täters ein. Klingelstreiche zu verüben, räumte sie ein, sei zwar "frech", aber eben kein Grund für körperliche Gewalt gegen Kinder. Außerdem formulierte die Mutter mehrmals ihre Fassungslosigkeit gegenüber den Ermittlern in dem Fall. Denn noch heute, anderthalb Jahre später, sei das Ermittlungsverfahren noch nicht beendet, bisher keine Anklage erhoben worden. In einem der gelöschten Videobeiträge sagte die Mutter auch, dass sie sich für den damals 59-jährigen Täter die "Höchststrafe" erhoffe.
Deswegen dauerten die Ermittlungen so lange
Auf Anfrage von regionalHeute.de bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Hildesheim erklärt diese zunächst: "Die Ermittlungen zu dem Geschehen dauern noch an." Auf eine weitere Nachfrage der Redaktion zur ungewöhnlich langen Dauer des Verfahrens stellte die Staatsanwaltschaft dann klar: "Die Ermittlungen haben sich dadurch verzögert, dass unter anderem richterliche Vernehmungen der kindlichen Zeugen erfolgt sind."
Diese Vernehmungen sind also wohl abgeschlossen. Heißt das, es kann bald vor Gericht weitergehen in der Sache? Dazu gibt es zwar noch keine Antwort. Gleichwohl teilt eine Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft mit: "Der Abschluss des Verfahrens soll jedoch in Bälde erfolgen."

