Gifhorn. Seit 2017 erfüllt das Projekt „Wunschmomente“ Menschen in palliativen Lebenssituationen einen besonderen Herzenswunsch – und schafft Erinnerungen, die bleiben. Und die Wünsche können nun noch mehr Fahrt aufnehmen, denn das Projekt hat ein neues Fahrzeug, wie der DRK Kreisverband Gifhorn e.V. in einer Pressemitteilung bekannt gibt.
Das neue, vollständig durch Spenden finanzierte Fahrzeug brächte spürbare Verbesserungen mit sich: Erstmals ermöglichen seitliche Fenster den Fahrgästen einen Blick nach draußen. Zudem unterscheidet sich das Design bewusst von klassischen Rettungswagen – ein wichtiger Aspekt, da viele Fahrgäste die damit verbundene Aufmerksamkeit als unangenehm empfunden hätten. Auch praktische Funktionen wie die Mitnahme eines eigenen Rollstuhls sowie eine Soundanlage im Fahrgastraum würden für mehr Komfort und Individualität sorgen.
Hinter jeder Fahrt steht eine ganz persönliche Geschichte
Initiiert wurde das Projekt aus den Reihen der Bereitschaft: Philipp Michel und David Skiba hätten die Idee in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand, vertreten durch Sandro Pietrantoni, entwickelt – entstanden sei ein Konzept, das heute vielen Menschen ein Lächeln schenke. Bis heute hätten bereits 35 Fahrten realisiert werden können. Hinter jeder einzelnen stünde eine ganz persönliche Geschichte. Viele weitere Anfragen würden das Team regelmäßig erreichen – nicht alle würden umgesetzt werden können, etwa wenn sich der Gesundheitszustand der Fahrgäste kurzfristig verschlechtere und eine Fahrt unmöglich werde.
Die Wünsche der Fahrgäste seien so individuell wie ihr Leben: Häufig ginge es ans Steinhuder Meer oder an die Ostsee, andere möchten ein Fußballspiel besuchen, eine Hochzeit erleben oder noch einmal Zeit mit der Familie verbringen. Auch Ausflüge ins Miniatur Wunderland oder in den Zoo wurden bereits ermöglicht. „Wir versuchen, nahezu jeden Wunsch innerhalb Deutschlands zu erfüllen“, erklärt das Team von „Wunschmomente“.
Besonders prägend war für Sonja Kirch eine Fahrt mit einem jungen Mann, der noch nie das Meer gesehen hatte. Der Ausflug an die Ostsee wäre für ihn zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden – im Anschluss soll er diesen Tag als den schönsten seines Lebens bezeichnet haben.
Während der Fahrten entstünden oft intensive Gespräche. Viele Fahrgäste erzählen aus ihrem Leben, teilen Erinnerungen und Gedanken. Gleichzeitig würden die Ehrenamtlichen stets darauf achten, den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden und auch Raum für Ruhe zu lassen.
Weit mehr als nur eine technische Verbesserung
Ein bedeutender Meilenstein für das Projekt sei die Bereitstellung eines neuen, speziell konzipierten Wunschmomente-Fahrzeugs. Die Planungen dafür begannen im Januar 2025. Nach rund eineinhalb Jahren konnte das Fahrzeug nun offiziell in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig erfülle das Fahrzeug alle notwendigen medizinischen Anforderungen. Der Transport kann sitzend und liegend erfolgen, die Versorgung – etwa mit Sauerstoff – ist jederzeit gewährleistet. Die Ausstattung entspricht den Vorgaben der DIN EN 1789 für Krankentransportwagen.
Für das 13-köpfige ehrenamtliche Team bedeute das neue Fahrzeug weit mehr als nur eine technische Verbesserung. „Nach neun Jahren Projektarbeit mit regulären Rettungs- und Krankentransportwagen ist das ein ganz besonderer Moment für uns. Es hilft uns, dem eigentlichen Gedanken des Projekts noch gerechter zu werden“, sagt David Skiba.
Denn genau darum geht es bei „Wunschmomente“: Das Projekt erfüllt Menschen in palliativen Lebenssituationen Herzenswünsche, holt sie für einen Tag aus ihrem Alltag und ermöglicht ihnen etwas ganz Besonderes.
Projekt ist auf Unterstützung angewiesen
Das Projekt „Wunschmomente“ finanziert sich ausschließlich über Spenden. Um das Angebot für Menschen in palliativen Lebenssituationen langfristig aufrechtzuerhalten, sei auch weiterhin finanzielle Unterstützung notwendig. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an ehrenamt@drk-gifhorn.de wenden.
Auch für Rückfragen oder Interesse an einer Wunschfahrt stünden die Ehrenamtskoordinatorinnen Rabea Farkas und Mehtap Bollweg telefonisch unter 05371 804-880 zur Verfügung. Sie sind ebenfalls die richtigen Ansprechpartnerinnen, wenn es um Spendenmöglichkeiten oder eine mögliche Zusammenarbeit geht.

