Dieses neue Erlebnisangebot im Harz ist jetzt geöffnet

Am Torfhaus gibt es gleich zwei neue Attraktionen für Besucher – eine drinnen, eine draußen.

Der Wintereinbruch im Mai im Oberharz gab dem Spaziergang zu einer der neuen Wildnis-Entdeckerstationen am Torfhausmoor eine besondere Kulisse.
Der Wintereinbruch im Mai im Oberharz gab dem Spaziergang zu einer der neuen Wildnis-Entdeckerstationen am Torfhausmoor eine besondere Kulisse. | Foto: Martin Baumgartner

Goslar. In Torfhaus gibt es ab sofort Neues zu entdecken. Der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer übergab die neu gestaltete Ausstellung im Nationalpark-Besucherzentrum (NBZ) TorfHaus offiziell ihrer Bestimmung. Zeitgleich eröffnete er auch die „Wildnis-Entdeckerstationen Torfhaus“ entlang der nahen Wanderwege am Großen Torfhausmoor, die die Ausstellung in den Außenbereich erweitern.



„Mehr Wildnis wagen – das sei laut einer Pressemitteilung des Nationalparks ein wesentliches Ziel der niedersächsischen Großschutzgebiete. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Artenkrise fördern wir damit gezielt die Biodiversität“, sagt Minister Christian Meyer. „Wir sehen im Nationalpark die enorme Dynamik der natürlichen Entwicklung und die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, die sich in den verschiedenen Entwicklungsstadien einstellt und die natürliche Waldgesellschaften auszeichnet. Es gibt viel zu entdecken im Nationalpark Harz.“

Neue Angebote am Torfhaus


Die neuen Angebote in und um das NBZ TorfHaus sollen den vielen Gästen ohne umfangreiche Vorkenntnisse die wichtigsten Ziele, Aufgaben und Lebensräume des Nationalparks auf informative und unterhaltsame Weise vorstellen. Drängende Fragen etwa zur Vergangenheit und Zukunft des Waldes, zu Totholz und der Baumart Fichte werden den Besuchern in vielen interaktiven Elementen spielerisch beantwortet.

Ein weiteres Thema sei das Wasser, das im Harz eine zentrale Rolle spielt. Ganz besonders für das Große Torfhausmoor, das als eines der besterhaltenen Moore in Deutschland einen prominenten Platz in den Projekten einnimmt. So widmet sich die obere Etage der Ausstellung voll und ganz diesem Lebensraum, zwei Wildnis-Entdeckerstationen informieren im Außenbereich über Ökologie und Schutzansätze. Dabei wurde auf eine ausgewogene Mischung aus digitalen und analogen Medien geachtet.

„Mit diesem hochwertigen zeitgemäßen Angebot tragen wir maßgeblich zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des naturverträglichen Tourismus und des Nationalpark-Standorts Torfhaus bei“, sagt Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch. „Die erfolgreichen Maßnahmen beweisen die langjährige gute Partnerschaft der Nationalparkverwaltung Harz mit dem BUND Niedersachsen.“

Seit Januar 2024 setzten der BUND-Landesverband Niedersachsen als federführender Betreiber des NBZ und die Nationalparkverwaltung Harz die Ausstellungserneuerung und die Wildnis-Entdeckerstationen zur Attraktivitätssteigerung des Nationalpark-Standortes und des Besucherzentrums um. Bis September 2026 wird auch noch der Bohlensteg am Großen Torfhausmoor im Randbereich um eine Bildungs- und Naturbeobachtungsplattform erweitert.

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen, betont die große Bedeutung des Nationalpark-Besucherzentrums am Standort Torfhaus in Zeiten von Borkenkäferbefall und Klimakrise: „In der neuen Ausstellung können Gäste einen intensiveren Blick auf die aktuellen Veränderungsprozesse in der Nationalpark-Natur erlangen. Die neuen Ausstellungsmodule machen die lebendige Vielfalt natürlicher Prozesse erlebbar und zeigen, welche Bedeutung ungestörte Naturdynamik für den Erhalt von Lebensräumen und Artenvielfalt hat. Moore rücken dabei als natürliche Klimaschützer in den Fokus: Sie speichern, wenn sie intakt sind, große Mengen Kohlenstoff. Die Bildungsarbeit im Besucherzentrum sensibilisiert für die Bedeutung von Mooren für den natürlichen Klimaschutz – in Niedersachsen, bundesweit und weltweit.“

90.000 Gäste pro Jahr


Allein im Jahr 2025 wurden mehr als 90.000 Gäste mit den Angeboten des Besucherzentrums erreicht und durch spannende Bildungsangebote für den Waldwandel sensibilisiert. Das Land Niedersachsen, die Nationalparkverwaltung und der BUND sind sich einig: Gemeinsame Zukunftsaufgabe wird es sein, den Standort Torfhaus als Bildungsstandort für den Nationalpark zu sichern und weiter zu entwickeln.

Laut Pressemitteilung seien die Wildnis-Entdeckerstationen und die Ausstellung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landesförderprogramms „Landschaftswerte 2.0“ gefördert worden, finanziell unterstützt durch den BUND Niedersachsen und die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz, beide Träger des Zentrums.

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