Goslar. Beinahe zwei Stunden dauerte die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport des Landkreises Goslar, als dieser am vergangenen Mittwoch im Kreistagssaal unter dem Vorsitz von Renate Luksch tagte. Insbesondere die vielfältigen Bildungsthemen prägten den Austausch der Fraktionen untereinander sowie mit der Verwaltung, wie der Landkreis in einer Pressemitteilung berichtet.
Eine längere Diskussion habe dabei unter anderem der Antrag der Gruppe Vollheyde/WGL zum Bau eines Unterstandes an der Bushaltestelle des Schulzentrums Langelsheim entfacht. Dieser sieht eine finanzielle Beteiligung des Landkreises Goslar an dem Projekt sowie eine Kooperation mit der Stadt Langelsheim hinsichtlich seiner Umsetzung vor. Die Verwaltung selbst empfahl auf Basis einer ausführlichen Stellungnahme, den Antrag abzulehnen. Die Hintergründe für diese Positionierung machte Erster Kreisrat Frank Dreßler in der Sitzung noch einmal deutlich: Er erinnerte daran, dass die Planung für den Bau des Unterstandes den Landkreis Goslar trotz seiner Rolle als Träger der Schülerbeförderung und der weiterführenden Schulen nicht zu einer Beteiligung verpflichtet: „Es handelt sich hierbei um eine Investitionsförderung unsererseits - eine rein freiwillige Leistung, die nicht nur an sämtlichen bisher vorgesehenen Investitionsmaßnahmen vorbeiplatziert wurde, sondern überdies als Zuschuss für die Stadt Langelsheim einer Kommune zukommt, die ihre Baumaßnahme selbst finanzieren kann“, so Dreßler.
Vor dem Hintergrund der Haushaltslage des Landkreises Goslar, der hingegen mit einem mittelfristigen Defizit von 130 Millionen in den kommenden Jahren rechnen muss, sei diese Investition außer der Reihe nur schwer zu rechtfertigen – ebenso wie die Sonderstellung, die das Schulzentrum Langelsheim hierdurch erhält. Erster Kreisrat Dreßler verwies zudem auf eine Prioritätenliste vorgesehener Investitionen, die im Herbst den politischen Gremien vorgelegt wird. Die Planungen für den Unterstand könnten hier aufgenommen werden – so bestehe die Möglichkeit, das Vorhaben und seine Dringlichkeit in Relation zu anderen Investitionsmaßnahmen setzen und zu einem späteren Zeitpunkt darüber zu entscheiden. Ein Vorschlag, dem das Gremium schließlich folgte.
Weiter Zuschuss für das Niedersächsische Internatsgymnasium
Einmütig habe sich der Ausschuss gezeigt, als es um die Frage zur Zukunft des Niedersächsischen Internatsgymnasiums (NIG) in Bad Harzburg ging: Die Verwaltung hatte eine Vorlage in das Gremium eingebracht, die vorsah, auf die Kündigung des Vertrages mit dem Land Niedersachsen zur Beteiligung an den Sachkosten der Schule zu verzichten. Dies würde bedeuten, vorerst weiterhin den jährlichen Zuschuss in Höhe von rund 231.000 Euro – wovon rund 39.000 Euro auf die Stadt Bad Harzburg und 192.000 Euro auf den Landkreis Goslar entfallen – zu zahlen. Der Änderungsantrag der SPD, der ebenfalls durch den Ausschuss einstimmig angenommen wurde, erweiterte den festgelegten Zeitrahmen für den jährlichen Zuschuss bis zum Schuljahr 2032/2033.
Die weitere finanzielle Unterstützung des Niedersächsisches Internatsgymnasium durch die Kreisverwaltung sei ebenso im Kultusministerium in Hannover positiv aufgenommen worden, berichtete Michael Conzen, Leiter des Fachbereichs Bildung und Kultur, aus einem jüngst erfolgten Termin: „Wir hatten im Vorfeld mit Rückfragen zur Notwendigkeit des Zuschusses gerechnet, stießen vor Ort aber eher auf Erleichterung – ohne den Zuschuss könnte es sein, dass die Schule perspektivisch geschlossen werden müsste, so die Haltung in Hannover“, so Conzen. „Das wäre natürlich eine Entwicklung unserer hiesigen Schullandschaft, die wir nicht gutheißen. Wir haben gerade erst bei den Anmeldezahlen der fünften Klassen wieder gesehen, wie dringend wir das Angebot des NIG brauchen: Immerhin hat mit einer Anmeldquote von 47 Prozent ein Großteil der Schülerinnen und Schüler das Gymnasium als Schulform gewählt.“
So läuft es bei den Bauprojekten
Einen Sachstand zu aktuellen Bauprojekten an den Schulen im Landkreis Goslar gab zum Ende der Sitzung Thomas Kruckow, Fachdienstleiter Gebäudemanagement: Für den Neubau der Sporthalle Liebenburg konnte nun im dritten Anlauf ein geeignetes Ingenieurbüro gefunden werden konnte, sodass an der Fertigstellung 2030 festgehalten werden kann. Ein Jahr früher, im Jahr 2029, soll planmäßig der Erweiterungsbau der Schule am Harly beendet sein. Hier befinde man sich derzeit im zweiten Teil des Teilnahmewettbewerbs für die Architektenvergabe.
Für das Werner-von-Siemens-Gymnasiums hat das zuständige Planungsbüro aktuell den Fertigstellungstermin Frühjahr 2027 kommuniziert. Wegen der Schwierigkeiten, die sich in der Vergangenheit in der Zusammenarbeit mit dem beauftragten Büro ergeben haben, hat die Verwaltung die Bauleitung durch eigenes Personal verstärkt, um das Projekt so enger zu begleiten. Gleichzeitig lässt die Verwaltung derzeit rechtlich prüfen, ob gegebenenfalls Schadensersatzansprüche gestellt werden können.
Keine guten Nachrichten konnte Fachdienstleiter Kruckow in Bezug auf das Bundesförderprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten, auch bekannt als „Sportmilliarde“, verkünden: Aufgrund der massiven Überzeichnung des Förderprogramms – Kruckow sprach hier von einer Bedarfsanmeldung, die sieben Mal so hoch sei wie die zur Verfügung stehenden Mittel – wird der Landkreis Goslar keine Förderung der Leichtathletikanlage am Schulzentrum Goldene Aue erhalten. Ungeachtet dessen erfolgte kürzlich die finale Projektabstimmung aller Beteiligten, sodass mit einer Errichtung im Jahr 2027 gerechnet wird.

