Im Wandel der Zeit: Kirche in Helmstedt ist bald kein Gotteshaus mehr

Mit ihrem markanten Baustil prägt die St. Thomas-Kirche die Umgebung. Doch ihre Zeit als Gotteshaus ist bald vorbei.

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Die Thomaskirche wird schon seit Längerem nicht mehr für regelmäßige Gottesdienste genutz.
Die Thomaskirche wird schon seit Längerem nicht mehr für regelmäßige Gottesdienste genutz. | Foto: Ev.-luth. Kirchengemeinde Georg Calixt

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Helmstedt. In der St. Thomas-Kirche in Helmstedt stehen die Zeichen auf Abschied. Das Gotteshaus, das während des Wirtschaftswunders erbaut worden war, wird am 21. Juni entwidmet. regionalHeute.de hat bei der zuständigen Kirchengemeinde Georg Calixt nachgefragt, welche Gründe es dafür gibt.



Wie der Pfarrer der ev.-luth. Kirchengemeinde Georg Calixt, Martin Pyrek, auf Anfrage der Redaktion erzählt, sei die Entwidmung der Thomaskirche das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung innerhalb der evangelischen Kirchenlandschaft in Helmstedt sowie der strukturellen Neuaufstellung der Kirchengemeinde. Bislang habe es in der Stadt insgesamt sechs evangelische Kirchen gegeben – neben den drei historischen mittelalterlichen Stadtkirchen St. Walpurgis, St. Marienberg und St. Stephani entstanden in den wirtschaftlichen Aufschwungjahren der 1950er und 1960er Jahre weitere Kirchen in den neu entstehenden Wohnquartieren. Diese Entwicklung habe dem damaligen kirchlichen Selbstverständnis entsprochen: Die Kirche wollte den Menschen möglichst nahe sein und sie in den neuen Stadtteilen unmittelbar begleiten. Die Thomaskirche sei Ausdruck dieser Zeit.

Rückgang der Aktivitäten


Die Thomaskirche sei insbesondere in den 1970er bis 1990er Jahren sowie mit gewissen Abstrichen noch in den frühen 2000er Jahren ein sehr lebendiger Ort des Gemeindelebens gewesen, doch das habe sich im Laufe der Zeit geändert. Bereits seit den späten 2000er-Jahren sei ein kontinuierlicher Rückgang gemeindlicher Aktivitäten zu verzeichnen gewesen und diese Entwicklung habe sich durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Regelmäßige Gottesdienste würden dort schon seit längerer Zeit nicht mehr stattfinden, eine Nutzung erfolge nur noch sporadisch. Auch rückläufige Mitgliederzahlen hätten ihren Teil zu der Entscheidung beigetragen, die Kirche zu entwidmen. Die gemeindliche Arbeit werde auf zentrale Standorte im Stadtgebiet konzentriert.

Erheblicher Sanierungsbedarf


Ebenso würden wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen. Es bestehe ein erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere im Bereich des Daches und der Heizungsanlage. Hinzu komme der Unterhalt eines sehr großen Grundstücks, der dauerhaft erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen binde. Vor diesem Hintergrund habe der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Georg Calixt entschieden, die Nutzung des Standortes St. Thomas zu beenden und die Entwidmung vorzunehmen. Ziel dieser Entscheidung sei, die kirchliche Arbeit langfristig an tragfähigen Standorten zu bündeln und die Gemeinde finanziell wie organisatorisch zukunftsfähig aufzustellen.

Wie es mit der Thomaskirche nach der Entwidmung weitergeht, konnte Pfarrer Martin Pyrek noch nicht sagen. Derzeit würden Gespräche über mögliche Perspektiven laufen.

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