Region. Derzeit laufen Durchsuchungen auch in unserer Region: Insgesamt hat die Generalbundesanwaltschaft Razzien in 50 Objekten in mehreren Bundesländern beauftragt. Es geht um zwei rechtsextremistische kriminelle Jugend-Vereinigungen: „Jung & Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“/„Neue Deutsche Welle“.
In einer Pressemitteilung heißt es, dass die Bundesanwaltschaft seit dem heutigen Mittwochmorgen aufgrund von Beschlüssen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs derzeit rund 50 Objekte in zwölf Bundesländern durchsuchen lasse. Die Maßnahmen richten sich gegen insgesamt 36 Beschuldigte. Dabei sind auch Objekte in Braunschweig, Goslar und Hemstedt im Visier der Ermittler.
Schlag gegen kriminelle Vereinigung
Den Beschuldigten werde die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, wobei sie teilweise als Jugendliche mit Verantwortungsreife oder als Heranwachsende gehandelt haben sollen. Den meisten Beschuldigten wird darüber hinaus Rädelsführerschaft zur Last gelegt. Gegen acht Beschuldigte wird auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten herausgehobene Mitglieder der rechtsextremistischen Vereinigungen „Jung & Stark“ (JS) oder „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) sind. Diese Gruppierungen existieren jedenfalls seit Mitte 2024. Die DJV tritt bisweilen auch unter dem Namen „Neue Deutsche Welle“ (NDW) auf. Die JS und die DJV sind bundesweit organisiert und unterhalten in den Ländern Regionalgruppen. Ihre Mitglieder vernetzen sich sowohl über soziale Medien als auch durch regelmäßige Treffen. Dabei wird zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon.
Festnahmen seien nicht erfolgt. Die heutigen Durchsuchungen dienten dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären, heißt es vonseiten der Bundesanwaltschaft. Für die Maßnahmen sind mehr als 600 Polizeikräfte des Bundes und der beteiligten Länder im Einsatz.

