Wolfsburg. Es ist eine Tragödie. So viel ist klar. Doch was genau in Fallersleben auf der Erich-Netzeband-Straße passiert ist in der Nacht auf Sonntag, das müssen weiterhin die Ermittlungen ergeben. Fest steht: Ein 16-jähriger E-Scooter-Fahrer ist bei einem Unfall gestorben. Er wurde erst am nächsten Tag durch Zufall entdeckt. Ebenfalls in der Nacht hatte ein Autofahrer ganz in der Nähe einen Unfall, bei dem er mit einem E-Roller zusammenstieß. Gibt es einen Zusammenhang? Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Erst am Sonntagmittag hatte eine Frau der Feuerwehr den grausigen Fund gemeldet. Als die Rettungskräfte eintrafen, konnten sie nur noch den Tod des 16-Jährigen feststellen. In der Nacht zuvor waren bereits Polizeibeamte vor Ort wegen eines Autounfalls, bei dem ein 21-Jähriger mit einer Laterne und einem E-Scooter zusammengestoßen war – alleinbeteiligt, so lautete die Annahme zu dem Zeitpunkt.
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
Nach dem Fund des toten 16-Jährigen am nächsten Tag übernahm die Staatsanwaltschaft Braunschweig, die einen Gutachter beauftragte, den Tatort zu inspizieren. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass ein 21-jähriger Wolfsburger vermutlich infolge überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Pkw verloren hatte und der Pkw dann mit dem 16-jährigen E-Scooter-Fahrer kollidiert ist. Da die Kollision vermutlich mit dem Heckbereich des Fahrzeugs erfolgte, hat der Pkw-Fahrer das Opfer möglicherweise gar nicht wahrgenommen", erklärt Hans-Christian Wolters, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft .
Der Pkw-Fahrer habe selbst die Polizei verständigt. Auch die Beamten vor Ort hätten keinen Hinweis auf den E-Scooter-Fahrer erhalten oder aufgrund der Spuren an der Unfallstelle vorgefunden. Ein möglicher Grund dafür: Der E-Scooter sei noch etwa 30 Meter vom Fahrzeug mitgeschleift worden. Somit war der Auffindeort des Rollers nicht der Kollisionsort. Zudem sei der 16-Jährige etwa 20 Meter weit in dichtes Buschwerk geschleudert worden und war daher nicht zu erkennen. Erst bei Tageslicht hat ein Zeuge dann zufällig den Toten entdeckt.
Zur Feststellung der genauen Todesursache sei eine Obduktion des Leichnams beabsichtigt, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit. "Wir ermitteln gegen den 21-jährigen Pkw-Fahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung", erklärt Pressesprecher Wolters.

