Lauterbachs Pläne für Pflegeschlüssel stoßen auf harsche Kritik

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Pflegerat haben deutliche Kritik an den Gesetzesplänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Verbesserung der Personalsituation in den Kliniken geübt.

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Symbolbild. | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Berlin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Pflegerat haben deutliche Kritik an den Gesetzesplänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Verbesserung der Personalsituation in den Kliniken geübt. "Der vorliegende Gesetzentwurf von Minister Lauterbach hat kaum noch etwas mit dem Konzept zu tun, das die drei Partner DKG, Verdi und der Deutsche Pflegerat auf Wunsch der Politik ursprünglich entwickelt hatten", sagte DKG-Vorstandschef Gerald Gaß dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".


Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte, das Ziel, mit einer verbindlichen Personalbemessung die Arbeitsbedingungen in der Krankenpflege schnell und spürbar zu verbessern, werde mit den Gesetzesplänen nicht erreicht. Die Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR), Irene Maier, beklagte, es werde hiermit nicht gelingen, das Pflegepersonal wirksam zu entlasten und damit die Attraktivität des Pflegeberufs zu erhöhen, um eine Wende hin zu einer guten Personalsituation zu erreichen. Die Beschäftigten müssten sich darauf verlassen können, dass sie künftig wieder in der Lage sein werden, die Patienten angemessen zu versorgen, sagte sie. Werde dieses Ziel nicht erreicht, seien die Beschäftigten in der Pflege kaum mehr motivierbar für ihre Arbeit im Krankenhaus.

Der Trend zur Berufsflucht bleibe somit bestehen. "Hält Minister Lauterbach an seinen Plänen unverändert fest, werden wir zu maximalem Widerstand aufrufen", sagte Maier. Die drei Verbände kritisieren insbesondere die im Gesetzentwurf verankerte Mitsprachemöglichkeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bei der konkreten Ausgestaltung der Personalbemessung. "Es kann nicht sein, dass die Zustimmung des Finanzministers zu einer bedarfsgerechten Ausgestaltung der Pflege wie ein Damoklesschwert über der Einführung schwebt", kritisierte Verdi-Vorstandsmitglied Bühler.

Der Finanzminister habe hier keinerlei Expertise. DKG-Chef Gaß sagte: "Eine Pflege nach Kassenlage ist inakzeptabel." Es sei nicht hinnehmbar, dass der Finanzminister mit einem Veto eine gute Pflegepersonalausstattung verhindern könne. "Das ist für uns eine rote Linie", sagte der Verbandschef.

Der Gesetzentwurf von Lauterbach für ein "Krankenhauspflege-Entlastungsgesetz" sieht in mehreren Schritten die Einführung eines verbindlichen Personalschlüssels für die Pflege im Krankenhaus vor. Bisher existieren nur gesetzliche Untergrenzen, bei deren Unterschreiten Stationen geschlossen werden müssen. Basis des Gesetzentwurfs ist die "Pflegepersonalregelung 2.0", die DKG, Verdi und Deutscher Pflegerat im Auftrag der Konzertieren Aktion Pflege entwickelt hatten.


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