Region. Vor einer Woche sind in Niedersachsen die Sommerferien gestartet. Zuvor erhielten hunderttausende Schülerinnen und Schüler ihre Jahreszeugnisse – für viele ein Grund zur Freude, für andere jedoch mit Sorgen, Enttäuschung oder Ängsten verbunden. Um in dieser Situation schnelle psychologische Unterstützung anzubieten, schalten die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung (RLSB) jedes Jahr ein Zeugnistelefon. Doch wie häufig wird dieses Angebot tatsächlich genutzt?
Dieser Frage ist regionalHeute.de beim Regionalen Landesamt für Schule und Bildung (RLSB) nachgegangen. Nach Angaben des RLSB bewege sich die Zahl der Beratungsanfragen auf einem „überschaubaren Niveau“. Viele Anliegen würden bereits direkt mit den Schulen geklärt oder über bestehende Beratungsangebote aufgefangen. Dennoch würden die eingehenden Anfragen zeigen, dass insbesondere rund um die Zeugnisausgabe ein Bedarf an kurzfristiger und niedrigschwelliger psychologischer Beratung bestehe.
Keine konkreten Zahlen für die Region
Konkrete Zahlen für die Region liegen dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung allerdings nicht vor, da diese Werte nicht gesondert ausgewertet werden. Auch eine landesweite Vergleichsauswertung über mehrere Jahre gibt es nicht. Nach den vorliegenden Erkenntnissen bewege sich die Inanspruchnahme des Angebots laut RLSB weiterhin in einem vergleichbaren Rahmen. Eine belastbare Aussage darüber, ob das Zeugnistelefon heute häufiger oder seltener genutzt wird als früher, lasse sich daher nicht treffen.
Ängste, Leistungsdruck und Zukunftssorgen
In den Beratungsgesprächen gehe es häufig um die Angst vor schlechten Noten, eine drohende Nichtversetzung oder die Enttäuschung über die eigenen Leistungen. Auch Lern- und Motivationsprobleme, Leistungsdruck sowie Unsicherheiten über den weiteren schulischen oder beruflichen Weg werden regelmäßig thematisiert. Mitunter würden dabei auch tieferliegende Belastungen wie Schulangst, Selbstzweifel oder persönliche Krisen auftreten.
Wer wirklich zum Hörer greift
Interessant ist dabei, wer tatsächlich zum Hörer greift: Es sind keineswegs primär die Schüler selbst. Nach Erkenntnissen der Behörde melden sich deutlich häufiger Eltern oder andere erwachsene Bezugspersonen bei den Psychologen, um Rat im Umgang mit dem Nachwuchs einzuholen.

