Salzgitter. Ein Börsengang eines Unternehmens ist kein alltäglicher Vorgang – erst recht nicht in unserer Region. Nun wagt aber ein Unternehmen aus Salzgitter diesen Schritt, um an den Aktienmärkten frisches Geld zu holen. Dabei spielt die konfliktreiche Weltlage wohl auch eine Rolle.
Am kommenden Montag, 13. Juli, ist es soweit: Die SMAG Mobile Antenna Masts AG, die seit 1974 in Salzgitter Mastsysteme für Antennen produziert, geht an die Börse. Für 8.59 Uhr ist zunächst die Unterschrift des Unternehmens in Frankfurt geplant. So geht es aus einer Ankündigung der Deutsche Börse AG hervor. Um etwa 9.15 Uhr soll dann am wichtigsten deutschen Börsenplatz der erste Preis für die Aktie ausgerufen werden. Gleich im Anschluss erfolgt das Läuten der Börsenglocke. Ab dann wird die Aktie des Salzgitteraner Unternehmens, das aus der Salzgitter Maschinenbau AG hervorgegangen war, gehandelt. Die Umwandlung von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft hatte das Unternehmen erst Mitte Juni vollzogen.
Aktien im Wert von bis zu 150 Millionen Euro
Die Preisspanne für den geplanten Börsengang liege laut einer Pressemitteilung der SMAG zwischen 46 und 54 Euro pro Aktie. Dabei sollen jetzt 650.000 neue Wertpapiere aus einer Kapitalerhöhung sowie bis zu 1.800.000 bestehende Aktien des verkaufenden Aktionärs SMAG Group GmbH und bis zu 367.500 bestehende Aktien aus dem Bestand des verkaufenden Aktionärs im Zusammenhang mit einer Mehrzuteilungsoption an den Markt gehen. Es dürfte also um Wertpapiere im Wert von bis zu 150 Millionen Euro gehen.
Das Unternehmen aus Salzgitter-Bad liegt dabei gewissermaßen voll im Trend. Börsengänge deutscher Unternehmen im Jahr 2026 lassen sich jetzt, Mitte Juli, noch an einer Hand abzählen. Bislang gab es fünf. Die Mehrzahl davon lässt sich dem Rüstungssektor zuordnen. Und das gilt eben auch für den Aktienkonzern aus der Windmühlenbergstraße.
Die SMAG Mobile Antenna Masts AG sei "weltweit der einzige Anbieter von abspannfreien, mobilen Mastsystemen bis zu einer Höhe von 40 Metern", erklärt das Unternehmen selbst. Die Produkte aus der Salzgitteraner Südstadt sind daher bei zahlreichen Armeen nachgefragt. Mehr als 2000 Antennenträger seien weltweit für militärische Zwecke wie Kommunikationsaufgaben, Beobachtung und Überwachung sowie für den Katastrophenschutz im Einsatz, erklärt das Unternehmen, das laut eigenen Angaben damit in mehr als 20 internationalen Märkten vertreten sei. Erst kürzlich hatte SMAG verkündet, an der Weiterentwicklung des Flugabwehrraketensystems Patriot der Schweizer Armee beteiligt zu sein.
SMAG will mit dem Erlös weiter wachsen
Mit dem frischen Geld vom Aktienmarkt – das Unternehmen strebt einen Nettoerlös von 30,5 Millionen Euro an – plant der Mast-Hersteller weiter zu wachsen und die Automatisierung sowie die Produktionskapazität auszubauen. So soll das Geld laut einer Pressemitteilung der SMAG in "Wachstumsinitiativen, darunter Investitionen in Automatisierungstechnologien, den Ausbau der Produktionskapazitäten und die Erweiterung der Vertriebsorganisation der Gesellschaft sowie zur Stärkung der Betriebskapitalposition und der allgemeinen finanziellen Flexibilität" fließen.

