Bierbergen. In der kommenden Woche beginnt ein Kanalsanierungsprojekt des Wasserverbands Peine in Bierbergen. „Wir dichten rund 960 Meter des Kanalnetzes in sieben Straßenzügen mit einem sogenannten Schlauchliner sicher ab“, erläutert Martina Brandes, zertifizierte Kanalsaniererin des Verbands. Bis Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das berichtet der Wasserverband in einer Pressemitteilung.
Rund 250.000 Euro investiert der Wasserverband Peine in diese nachhaltige Infrastrukturpflege in Bierbergen.
In sieben Straßen wird der Kanal in den kommenden Wochen sicher abgedichtet werden, so dass er seine Ableitungsfunktion auch in den kommenden Jahrzehnten verlässlich ausführen kann. Gearbeitet wird sukzessive in der Thingstraße, Soßmarer Straße, Burgstraße, Oedelumer Straße, Hohenhamelner Straße, Friedhofstraße und Dorfplatz. Eine Kamerabefahrung hatte deutlichen Schäden an mehreren Stellen im Ortsnetz aufgezeigt. Auf der Basis dieser Zustandsbilder haben die Fachleute des Verbands ein passgenaues Sanierungskonzept erstellt.
Zunächst vorbereitende Arbeiten
Nennenswerte Einschränkungen für die Anwohner bestehen in der Bauphase nicht. „Wir können den Großteil in sogenannter grabenloser Technik von den bestehenden Schächten oder Kopflöchern aus arbeiten. Der Verkehr kann in der Regel an diesen Baugruben vorbeigeleitet werden. Die Grundstückszufahrten werden die erfahrenen Fachfirmem ermöglichen oder bei Bedarf Alternativen mit den Anwohnern abstimmen. Das anfallende Abwasser wird zwischengestaut und per Spülwagen abtransportiert. In der 39. Kalenderwoche beginnen die Arbeiten. Zunächst wird die Tiefbaufirma Wolff und Gemo notwendige Kopflöcher herstellen und kleinere Reparaturen an einzelnen Kanalrohren vornehmen, damit die Rohrsubstanz im Ortsnetz insgesamt so gut ist, dass die Schlauchliner eingezogen werden können.
Schlauch dichtet Rohr von innen ab
Die beauftragte Fachfirma Rainer Kiel aus Blomberg wird zunächst mit vorbereitenden Arbeiten im Rohrinnern der jeweiligen Straßenzüge beginnen, bevor sie ab der zweiten Oktoberwoche dann nach und nach die die Schlauchliner einziehen wird. „Dazu wird der Kanal im Arbeitsbereich zunächst gespült. Dann werden mit einem kleinen Roboterwagen Hindernisse im Rohrinneren, etwa einragende Baumwurzeln, Stutzen oder Ablagerungen abgefräst und der Bereich geglättet, damit sich später der Schlauch direkt glatt an die Kanalinnenwand anlegen kann“, erläuterte Kanalsaniererin Brandes. Danach wird der harzgetränkte Schlauch abschnittsweise zwischen zwei Schächten ins Kanalrohr eingezogen und dann mit Druckluft aufgestellt, so dass er sich an das bestehende Rohr anlegt. Abschließend wird das Harz im Schlauch mit UV-Licht ausgehärtet, indem eine Lichterkette langsam und kontrolliert den Bereich passiert.
„Zum Schluss werden die Abgänge zu den Hausleitungen wieder freigelegt und der Anschluss an den neuen Rohrverlauf angepasst.“
Der Wasserverband Peine arbeitet bereits seit Jahren mit diesem Schlauchliner-System. „Wenn die bestehende Rohrsubstanz den Einbau zulässt, wie hier in Bierbergen, ist der Schlauchliner eine verlässliche und passgenaue Sanierungsmethode, die schnell und effizient ist und zudem teure Straßentiefbauarbeiten vermeidet.“

