Region. Wohl jeder Fahrgast der Deutschen Bahn hat mindestens eine Anekdote über Verspätungen und die oftmals ebenfalls unpünktliche Information über dieselbigen parat. Am heutigen Mittwoch hat der Konzern nun ein Sofortprogramm vorgestellt. Mit diesem soll zwar nicht für mehr Pünktlichkeit im Streckennetz gesorgt werden, aber immerhin bei der Kommunikation mit den Fahrgästen.
Wer öfter mit der Bahn unterwegs ist, kennt es: Der Zug hat Verspätung, der Anschluss im nächsten Bahnhof ist wahrscheinlich nicht mehr erreichbar. Im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr bei lediglich 60,1 Prozent – ausgefallene Züge werden in der Statistik erst gar nicht erfasst. Ob Schneefall, Hitze oder Weichenstörung – die Gründe für diese Zahl sind vielfältig. Den Reisenden dürften sie ohnehin egal sein, ihnen bleibt in solchen Fällen nur Galgenhumor. Und selbst Zugbegleiter lassen sich bisweilen zu süffisanten Bemerkungen hinreißen, wenn sie mittels Durchsage darüber informieren, dass es mal wieder später wird.
Fahrplanauskunft in der Kritik
Stoff für bissige Kommentare liefert vielen Fahrgästen allerdings auch die Kommunikation des Unternehmens. Immer wieder sieht man an den Bahnhöfen im Land Reisende von einem Bahnsteig zum nächsten hetzen, weil kurz vor Abfahrt ein Gleiswechsel bekanntgegeben wird. Auch die unternehmenseigene elektronische Fahrplanauskunft, der DB-Navigator, steht oft in der Kritik, weil Änderungen am Fahrplan dort oftmals verzögert mitgeteilt werden – oder auch gar nicht, wie bei dem bundesweiten Ausfall des Bahnfunks im Juni, der für einen Stillstand aller Züge in ganz Deutschland gesorgt hat. Damals wurden beispielsweise Züge, die längst nicht mehr fuhren, weiterhin als pünktlich angezeigt.
Das soll nun besser werden
Zumindest die Kommunikation möchte die Deutsche Bahn nun proaktiv verbessern. DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder haben dazu heute die Eckpunkte des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation“ vorgestellt. Wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt, wolle man 50 Millionen Euro investieren – diese sollen in moderne IT und künstliche Intelligenz fließen und somit die Kundeninformation verlässlicher, schneller und besser machen. Demnach sollen beispielsweise Gleiswechsel im DB-Navigator wesentlich schneller kommuniziert werden – nämlich innerhalb von "etwa zwei Sekunden". Damit sollen Informationen zu kurzfristigen Änderungen über alle Kanäle hinweg zeitgleich für Reisende verfügbar sein.
Außerdem wolle man eine anbieterneutrale Website sowie eine App entwickeln, die ab Dezember 2026 verfügbar sein sollen. Mit ihr sollen Reisende künftig konsistent zur Information im Bahnhof digital Echtzeit-Informationen erhalten. Zusätzlich soll die zentrale Datenplattform der Reisendeninformation an die DB InfraGO übertragen werden. Damit würden Bund und DB InfraGO die technische Grundlage für eine verbesserte integrierte Reisendeninformation über Betreibergrenzen hinweg schaffen, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Auch 7.000 neue Anzeiger an kleinen, mittleren und großen Bahnhöfen sollen für verbesserte Informationen sorgen.

