Wolfsburg/Region. Werksschließungen und 50.000 Stellen, zusätzlich zu den ohnehin schon kommunizierten 50.000, die abgebaut werden sollen: Darum geht es derzeit beim Automobilkonzern Volkswagen. Diese Pläne des Vorstands sickerten in den vergangenen Wochen bereits durch (regionalHeute.de berichtete). Am heutigen Donnerstagnachmittag kommt es zu wichtigen Entscheidungen.
Während die IG Metall heute an allen VW-Standorten Aktionen durchführt, geht es am Nachmittag hinter verschlossenen Türen zur Sache. Ab 14.30 Uhr tagt der Aufsichtsrat und entscheidet über die Pläne des Konzernvorstands. Es stehen historische Einschnitte bevor. Vom wichtigsten Termin der jüngeren Konzerngeschichte ist hier und da die Rede. Es geht um die Zukunft des Automobilherstellers aus Wolfsburg, der unter anderem durch Konkurrenz aus China oder das internationale Handelsgeschehen immer weiter unter Handlungsdruck gerät. So meinen zum Beispiel viele Experten: Die Strukturen bei VW müssten deutlich schlanker werden.
100.000 Stellen und vier Werke in Gefahr
Wie aus Medienberichten hervorging, plant Konzernchef Oliver Blume unter anderem, weltweit 100.000 Stellen zu streichen – doppelt so viele wie bisher angekündigt waren. Außerdem steht die Schließung von bis zu vier Werken im Raum. Unter anderem geht es um zwei niedersächsische Standorte: Emden und Hannover sowie um die Werke Zwickau und Neckarsulm.
Dem Aufsichtsrat sitzt Hans Dieter Pötsch, der Vorstandsvorsitzende der Porsche Automobil Holding SE, vor. In dem Gremium, das die Arbeit des Vorstands überwachen soll, sind zum Beispiel aber auch die Arbeitnehmerseite mit Daniela Carvallo (Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats) und das Land Niedersachsen als zweitgrößter Anteilseigner vertreten – ebenso wie die Qatar Investment Authority, der drittgrößte Anteilseigner. Verschiedene Teilinteressen prallen also aufeinander – im Großen und Ganzen eint sie aber das Hauptinteresse, den künftigen Erfolg des Konzerns sicherzustellen.

