Gifhorn/Braunschweig. Ein Pilot, der sich am heutigen Donnerstagmorgen gegen 9.45 Uhr im Landeanflug auf den Flughafen Waggum befand, sichtete einen entstehenden Waldbrand und meldete seine Beobachtung. Entsprechend rückten die Ortsfeuerwehren Bechtsbüttel, Abbesbüttel, Meine und Rötgesbüttel aus und erkundeten die Lage zwischen Bechtsbüttel und Waggum. Das berichtet die Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemitteilung.
Die Lage stellte sich demnach von Beginn an als komplex dar: Das gemeldete Feuer befand sich im Grenzgebiet zwischen dem Landkreis Gifhorn und der Stadt Braunschweig. Zeitgleich bekämpfte die Braunschweiger Feuerwehr in einem Kleingartenverein an der Ebertallee einen ausgedehnten Brand in einer Gartenkolonie. Der von dort weithin sichtbare Rauch sorgte zunächst für Unklarheit über die genaue Lage der gemeldeten Brandstelle.
Abstimmung der Feuerwehren ist das A und O
Mit den Leitstellen beider Gebietskörperschaften stimmten sich die Feuerwehren ab. Einsatzkräfte aus dem Landkreis Gifhorn und weitere Freiwillige Feuerwehren aus Braunschweig versammelten sich und teilten ihre Ergebnisse. Dabei wurde klar: Es gab kein Feuer im angegebenen Bereich. Gegen 10:20 Uhr konnten alle Einsatzkräfte wieder einrücken.
Besonderes Augenmerk galt in diesem Einsatz dem GFFF-V. Dieses besondere Löschfahrzeug gehört dem gemeinsamen Vegetationsbrandmodul der Landkreise Gifhorn und Uelzen an und ist in der Feuerwehrzentrale Meine stationiert. Das Modul wurde im Rahmen des niedersächsischen Waldbrandschutzprogramms aufgestellt und ist Teil eines europäischen Katastrophenschutzkonzepts. Es kann damit auch grenzüberschreitend in ganz Europa eingesetzt werden. Herzstück des Moduls sind vier Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge des Typs CCFM 3000 „Niedersachsen": allradgetriebene Spezialfahrzeuge mit je 3.000 Litern Löschwasservorrat und thermischer Selbstschutzanlage und damit ausgelegt für den Einsatz abseits befestigter Wege direkt am Feuer. Insgesamt 52 speziell ausgebildete Einsatzkräfte aus Ortsfeuerwehren beider Landkreise bilden die Einheit.
Daniel Hagelberg, Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Bechtsbüttel und Einsatzleiter für die Gifhorner Kräfte, beschreibt die zentralen Herausforderungen: „Bei solchen Lagen ist das Lokalisieren der Brandstelle und die Frage der Zuwegung immer die erste und größte Hürde. Das hat sich auch diesmal bestätigt." Erfreut zeigt sich Hagelberg über die Einsatzstärke: „Trotz der schwieriger werdenden Tagesalarmstärke konnten wir eine ausreichende Zahl an Atemschutzgeräteträgern und Einsatzkräften stellen. Das ist alles andere als selbstverständlich." Hagelberg lobt die Abläufe innerhalb des Zuges: „Die Zusammenarbeit mit den anderen Ortsfeuerwehren war wieder hervorragend. Kurze Entscheidungswege, klare Absprachen. So funktioniert das."
Tobias Nadjib, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Gifhorn, hebt die besondere Qualität der übergreifenden Kooperation hervor: „Diese Lage hat gezeigt, was möglich ist, wenn zwei Leitstellen und zwei Feuerwehrgebietseinheiten an einer gemeinsamen Kreisgrenze nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten. Die Koordination zwischen dem Landkreis Gifhorn und der Stadt Braunschweig hat in einer zunächst völlig unklaren Lage reibungslos funktioniert. Das ist keine Selbstverständlichkeit und verdient ausdrückliche Anerkennung für die Arbeit aller eingesetzten Kräfte." Mit Blick auf Wetterlage und Jahreszeit merkt Nadjib an: „Auch ein Einsatz ohne Brandnachweis ist ein guter Einsatz. Wir befinden uns in der waldbrandkritischen Jahreszeit. Jeder Hinweis wird ernst genommen, jede Meldung zählt."

