Grubenunglück 1960: So geht es jetzt mit der Erinnerungsstele weiter

Streit um die Stele: Ein Antrag der Grünen sieht vor, sie zu versetzen. Ein Änderungsantrag stemmt sich dagegen.

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Soll sie hier bleiben oder umziehen? Die Stele erinnert an das Grubenunglück von 1960.
Soll sie hier bleiben oder umziehen? Die Stele erinnert an das Grubenunglück von 1960. | Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Es zählt als wohl schlimmstes Unglück in der langen Salzgitteraner Bergbaugeschichte: Der Brand in der Grube Hannoversche Treue I im Jahr 1960, bei dem 33 Bergleute ihr Leben ließen. Seit 2011 erinnert eine Gedenkstele auf dem Gelände des ehemaligen Schachts an diese Katastrophe. Der Ort in Salzgitter-Calbecht sei aber heute nicht mehr der beste für diesen Zweck – das findet zumindest die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.



Diese hatte einen Antrag eingebracht, der jetzt im Rat der Stadt auf der Tagesordnung stand. Das Argument der Grünen: Da, wo die Stele derzeit steht, kann sie eigentlich niemand sehen. Im Antrag heißt es: "Derzeit steht sie auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage, welches heute vom Bauhof Süd und dem Stadtarchiv genutzt wird. Dieser Standort wird von Öffentlichkeit und Gästen kaum frequentiert, außerhalb der Dienstzeiten ist das Gelände nicht zugänglich."

Erinnerung ins Zentrum rücken


Die Erinnerung an die große Bergbautradition der Stadt – sie solle da stattfinden, wo sie auch wahrgenommen wird. "Das Denkmal soll an diesen wichtigen Teil unserer Stadtgeschichte erinnern. Um das wirkungsvoll leisten zu können, muss ein Standort in Salzgitter gewählt werden, der im Zentrum der Stadt angesiedelt ist", heißt es im Antrag der Grünen.

Ein solcher Standort wäre laut den Antragstellern der Marktplatz von Salzgitter-Bad, wo bereits mit einem Denkmal in Form einer Lore und dem regelmäßig zu hörenden Steigerlied an die Bergbaugeschichte erinnert wird. "Hier würde die Stele eine sinnvolle Ergänzung ergeben. Am alten Standort kann eine Erinnerungstafel an der Außenwand des Stadtarchivs angebracht werden", lautet der Vorschlag der Grünen.

Stele stehen lassen, aber Lesbarkeit verbessern


Andersherum vorgehen, Erinnerungstafel am Marktplatz aufstellen und Stele am jetzigen Standort stehen lassen – so in etwa lautet der Änderungsantrag der Fraktion Die Linke, die diesen auf den Antrag der Grünen folgen ließ. Die Stele stehe demnach genau an der richtigen Stelle. Sie "sollte nicht versetzt werden", heißt es im Änderungsantrag der Linken. Eine neue Erinnerungstafel könne stattdessen am Marktplatz angebracht werden. "Das bestehende Mahnmal sollte jedoch als Erinnerungsort erhalten bleiben", beantragt die Linksfraktion, schlägt aber vor, dass die Verwaltung prüft, "ob die Lesbarkeit der Inschrift verbessert werden kann."

Diesem Antrag der Linken folgte jetzt auch die Mehrheit in der Ratsversammlung. Damit bleibt die Stele weiter am ursprünglichen Ort und die Verwaltung ist aufgefordert, zu prüfen, ob eine Erinnerungstafel am Marktplatz aufgestellt werden kann.

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