Salzgitter. Der Bahnhaltepunkt in Salzgitter soll erneuert werden. Doch von den ursprünglichen Planungen ist man mittlerweile abgerückt, auch ein möglicher Baubeginn ist noch offen. regionalHeute.de hat beim am Projekt beteiligten Regionalverband Großraum Braunschweig nachgefragt, worauf die Verzögerungen zurückzuführen sind.
In Thiede ist der Neubau der Station an anderer Stelle in unmittelbarer Nähe der Wolfenbütteler Straße geplant. In diesem Zusammenhang will die Stadt Salzgitter das Umfeld im Zusammenhang der städtebaulichen Entwicklung überplanen, mit Bushaltestellen, Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen sowie Aufenthaltsflächen für die Fahrgäste. Grundlage hierfür ist die im Februar 2019 im Rahmen der sogenannten „Stationsoffensive“ geschlossene Rahmen- und Planungsvereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen, der Deutschen Bahn (DB) sowie dem Regionalverband Großraum Braunschweig.
Baukosten auf über 19 Millionen Euro angestiegen
In der vergangenen Woche stand das Thema nun auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses im Regionalverband Großraum Braunschweig. Zwar waren die ursprünglichen Planungen für die Verkehrsstation in Thiede bereits bis zum Abschluss der Entwurfsplanung vorangeschritten und sogar schon die Genehmigungsunterlagen zur Planfeststellung im vergangenen Jahr beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht worden. Doch die wesentlich höheren Baukosten haben aus Sicht des Regionalverbandes nun eine Neuplanung notwendig gemacht. Ursprünglich waren diese mit 6 Millionen Euro veranschlagt, waren aber auf 19,4 Millionen Euro angewachsen.
Enorme Kosten für Regionalverband
Gemäß der Rahmenvereinbarung zwischen Bahn und Regionalverband muss dieser einen prozentualen Anteil an den Baukosten sowie eine zusätzliche Ausgleichszahlung an die Bahn im Falle einer negativen Wirtschaftlichkeit leisten, die zu erheblichen Kosten geführt hätte. Für den Regionalverband hätte sich somit eine Gesamtbelastung von 15,9 Millionen Euro ergeben – die Verwaltung hatte diese Belastung als unverhältnismäßig bewertet. Das Projekt wurde daher angehalten und die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens zunächst ausgesetzt.
Neuorientierung nötig
Um dennoch den barrierefreien Umbau der Station Salzgitter-Thiede in neuer Lage realisieren zu können, haben der Regionalverband und die DB zwischenzeitlich nach alternativen baulichen Lösungen gesucht. Diese sollten sowohl die Baukosten als auch die Höhe der erforderlichen Ausgleichszahlung senken. Als beispielhafte bauliche Lösung wurde die 2022 eröffnete Station Stendal-Fachhochschule herangezogen. Diese weise laut Regionalverband vergleichbare topografische Rahmenbedingungen (Haltepunkt in Dammlage) auf und wurde mit einer sogenannten modularen Bahnsteigkonstruktion realisiert. Zusätzlich soll die barrierefreie Erschließung nun statt mit aufwändigen Rampenanlagen mittels Aufzügen umgesetzt werden. Die Baukosten könnten dadurch von 19,4 Millionen Euro auf etwa 11,2 Millionen Euro gesenkt werden – die Grundlage für die tatsächliche Kostenbeteiligung werde jedoch die Kostenberechnung der überarbeiteten Entwurfsplanung sein.
So soll es weitergehen
Derzeit ruht das Planungsprojekt der Verkehrsstation, so der Regionalverband Großraum Braunschweig. Es bestehe nun die Möglichkeit, die bestehende Planung mit der alternativen Lösung umzuplanen. Bei der Entscheidung über die Fortführung der Planung müssten jedoch auch die derzeitigen Planungen der Stadt Salzgitter bezüglich des Umfeldes und der Anbindung der Buslinie berücksichtigt werden.

