SPD-Fraktionsvize will Warkens Reformpläne nicht einfach abnicken

Die SPD-Bundestagsfraktion will die Reformvorschläge von Gesundheitsministerin Warken in der vorliegenden Form nicht komplett mittragen.

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Nina Warken (Archiv)
Nina Warken (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Berlin. Die SPD-Bundestagsfraktion will die Reformvorschläge von Gesundheitsministerin Warken in der vorliegenden Form nicht komplett mittragen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt (SPD) antwortete auf die Frage, ob ihre Partei die Pläne einfach abnicken werde: "Nein, natürlich nicht". Zwar sei "viel Gutes dabei, vieles, was wir auch teilen", zugleich gebe es aber "Dinge, wo wir finden, da sind die Vorschläge einfach noch nicht in der Balance, in der wir sie eigentlich gern sehen würden", sagte sie den Sendern RTL und ntv.


Positiv bewertete Schmidt den Ansatz, die Ausgaben stärker an den Einnahmen auszurichten: "Was wir teilen, ist, dass wir grundsätzlich eine an den Einnahmen orientierte Ausgabenpolitik haben wollen." Deutschland habe jedoch "eines der teuersten Systeme der Welt, das teuerste System der Europäischen Union, ohne dass wir mehr als mittlere Qualität für die Menschen im Angebot haben". Es gebe "unglaubliche Effizienzreserven, die wir heben wollen". Deshalb sagte sie: "Wir wollen nicht, dass Versicherte weiter belastet werden, dass ihre Leistungen gekürzt werden" - hier sehe die SPD "noch eine Unwucht".

Zugleich machte Schmidt deutlich, dass Einsparungen notwendig seien, diese aber nicht zulasten der Versicherten gehen dürften. "Es werden alle ihren Beitrag leisten müssen", sagte sie mit Blick auf "ambulante Bereiche, stationäre Bereiche, die Pharmaindustrie". Versicherte hätten "viele Milliarden in den letzten Jahren bezahlt, um die Kostensteigerungen zu tragen", deshalb sehe man "nicht, dass die Versicherten jetzt durch Leistungskürzungen oder zusätzliche Belastungen" herangezogen werden müssten. Spielräume gebe es genug: "Die Vorschläge der Kommission sind so breit und so vielfältig, dass wir da auch alternative Möglichkeiten haben."

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