Berlin. Der Bundestagsvizepräsident und Außenpolitiker Omid Nouripour (Grüne) warnt davor, aus deutscher Sicht zu große Hoffnungen in eine Niederlage von Trumps Republikanern bei den Zwischenwahlen in den USA zu setzen. Ein angeschlagener Donald Trump könnte außenpolitisch erst recht ein Risiko darstellen, sagte Nouripour dem TV-Sender "Welt".
Es sei auf der einen Seite schon wünschenswert, wenn das alte bewährte System von "Checks and Balances" in den USA gestärkt werde. Das sei in den letzten zwei Jahren nicht mehr so funktional gewesen, wie man es kenne. Auf der anderen Seite aber wisse man nicht, was der US-Präsident mache. Vom Naturell her sei Trump nicht einer, der so wirke, als würde er sich einer "Lame Duck"-Situation hingeben, also nach einer Niederlage sagen, er habe nicht mehr viel zu tun oder er habe nicht mehr viel Macht. Sondern er würde wahrscheinlich oder möglicherweise noch mal über die Stränge schlagen. "Und das ist nichts Gutes."
Vom Iran-Konflikt und der damit verbundenen Inflation an den deutschen Zapfsäulen bis zur Nichtmehrverlässlichkeit der Amerikaner in der Ukraine gebe es auch für Deutschland erhebliche Interessen, die gerade gefährdet würden durch teilweise unüberlegtes Verhalten oder über Taten des US-Präsidenten, die wirklich nicht zu unseren Gunsten seien, so Nouripour. Daran würde der Ausgang der Zwischenwahlen aus seiner Sicht wohl erstmal nicht viel ändern.
Deshalb sei das Zentrale, dass man sich auf die eigenen Stärken besinne und verstehe, dass die US-Seite jetzt nicht der verlässlichste Partner sei. Er sei überzeugter Transatlantiker, aber man müsse es auch selber können. "Und die Illusion, wir werden jetzt die nächsten zwei Jahre einfach mal uns ausruhen, weil Trump hat ja die Midterms verloren, das ist Unsinn", sagte der ehemalige Grünen-Chef.
US-Wahlen: Nouripour warnt vor großen Hoffnungen auf Trump-Dämpfer
Der Bundestagsvizepräsident und Außenpolitiker Omid Nouripour (Grüne) warnt davor, aus deutscher Sicht zu große Hoffnungen in eine Niederlage von Trumps Republikanern bei den Zwischenwahlen in den USA zu setzen.
US-Wahllokal (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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