Braunschweig. Die Marke Wolters soll erhalten bleiben. Das ist inzwischen bekannt. regionalHeute.de hatte mehrfach berichtet. Das Bier soll es künftig weiterhin geben, während die Brauerei an der Wolfenbütteler Straße aber den Betrieb einstellen wird. Weiterhin ist allerdings unklar, woher die Braunschweiger künftig ihr Wolters "importieren" werden.
Das Insolvenzverfahren der Hofbrauhaus Wolters GmbH geht dem Ende entgegen. Die bisherige Eigentümerin, die Volksbank BRAWO, hat mit der TCB-Gruppe aus Frankfurt (Oder) bereits eine Abnehmerin gefunden. Diese hatte angekündigt, die Marke Wolters künftig zu erhalten und das Bier weiterhin in Braunschweig zu vertreiben. An dieser Vorgehensweise gab es einiges an Kritik, die verdi-Gewerkschaftssekretärin Sophie Dabirmanesh gebündelt hat. Die Braunschweiger Gewerkschafterin versucht unter anderem mit einer Petition, die inzwischen fast 19.000 Unterzeichner unterstützen, und dem dafür gegründeten Bündnis „Wir sind Wolters“ den Brauereibetrieb in Braunschweig zu erhalten. Sie bringt die Kritik in einer aktuellen Stellungnahme auf den Punkt: "Wolters ohne hiesige Produktion wird nicht mehr das Wolters sein, mit dem sich Braunschweigerinnen und Braunschweiger identifizieren und das sie kaufen wollen. Gerade deshalb genügt es nicht, auf den Erhalt einer Marke zu verweisen."
Wo Wolters künftig gebraut werden könnte
Zuletzt hatte die TCB-Gruppe vor etwa vier Wochen Neuigkeiten zum Thema Wolters verkündet. Darin hieß es unter anderem, dass der Brauereibetrieb in Braunschweig nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen sei. Die Produktion zu verkleinern sei nicht möglich. Es wären zu große Investitionen in die dortigen Anlagen notwendig. Es blieb die Frage: Wo soll Wolters dann gebraut werden? Zwei Szenarien erschienen Beobachtern möglich.
Künftig aus dem Hause Gilde?
Zum einen das, was für viele Braunschweiger als Horrorszenario dienen würde: Zur TCB-Gruppe gehört 2016 die Gilde-Brauerei in Hannover. Logistisch wäre es wohl die einfachste Variante, dort das Wolters zu brauen. Ganz hatte TCB dieses Szenario noch nicht ausgeschlossen. In einer Pressemitteilung hieß es damals: "Die TCB stellt zugleich klar, dass nicht vorgesehen ist, das Eintracht-Stadion mit in Hannover gebrautem Bier zu beliefern." Ob das aber auch für alle Wolters-Produkte gelten soll oder nur für die, die im Stadion vertrieben werden, das bleibt offen. Eine Nachfrage von regionalHeute.de ließ TCB unbeantwortet.
Szenario Feldschlößchen
Ein anderes Szenario: Wolters wird in Dresden gebraut. Laut TCB sei dort zumindest der erste Probesud entstanden. Auch das Szenario hat einen gewissen Beigeschmack. Denn TCB ist Eigentümer der Dresdner Feldschlößchen-Brauerei, der ehemaligen Nachbarin von Wolters an der Wolfenbütteler Straße. Ob diese Feldschlößchen-Wolters-Variante die bevorzugte sei, wollte die TCB-Gruppe bislang ebenfalls nicht beantworten.
Ein weiterer möglicher Brauort wäre dann noch der Unternehmenssitz in Frankfurt (Oder). Dagegen dürften die beiden weiteren TCB-Standorte Champigneulles (Frankreich) und Charlotte (North Carolina, USA) als mögliche Wolters-Produzenten wohl eher nicht infrage kommen. Doch egal, welche Brauerei künftig übernimmt, der Kritikpunkt von Sophie Dabirmanesh bleibt bestehen. Ein Wolters, das nicht in Braunschweig produziert wird, läuft Gefahr, an "Glaubwürdigkeit" einzubüßen.

