Verdi lehnt SPD-Idee zu Schwerarbeitsrente ab

In der Debatte über einen früheren Renteneintritt nach 45 Berufsjahren lehnt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Überlegungen der SPD zu berufsabhängigen Ausnahmeregelungen ab.

von


Frank Werneke (Archiv)
Frank Werneke (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Berlin. In der Debatte über einen früheren Renteneintritt nach 45 Berufsjahren lehnt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Überlegungen der SPD zu berufsabhängigen Ausnahmeregelungen ab. Er halte "nichts davon, zwischen verschiedenen Beschäftigtengruppen zu unterscheiden", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke am Donnerstag zum Onlineportal des Senders ntv.


In der Debatte über mögliche Härtefallregelungen für besonders langjährig Beschäftigte hatte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese angeregt, nach dem Vorbild der österreichischen Schwerarbeitspension bestimmten Berufsgruppen auch weiterhin ein Ausscheiden vor dem regulären Renteneintrittsalter zu ermöglichen.

"Wer will von außen betrachtet beurteilen, ob 45 Versicherungsjahre mehr oder weniger belastend gewesen sind?", sagte Werneke zum Modell der österreichischen Schwerarbeitspension. Das Belastungsempfinden und die gesundheitliche Situation sei von Mensch zu Mensch viel zu unterschiedlich, als dass hier mit objektiven Kriterien gearbeitet werden könnte. Deshalb sollten alle langjährig Versicherten die gleichen Rechte haben, so wie das bislang auch der Fall sei, so Werneke. In Österreich dürfen zahlreiche, vom dortigen Arbeitsministerium festgelegte Berufsgruppen mit vergleichsweise geringen Abschlägen vor dem Regelrenteneintrittsalter aus dem Berufsleben ausscheiden.

Mit IG Metall und Verdi wenden sich die beiden größten Einzelgewerkschaften gegen Wieses Überlegungen. Am Mittwoch machte bereits die Gewerkschaft IG Metall ihre Ablehnung eines solchen Modells deutlich. "Wer 45 Jahre gearbeitet hat, das Land am Laufen gehalten und Monat für Monat Steuern und Beiträge gezahlt hat, egal in welchem Beruf, hat eine gute Rente verdient", sagte Ralf Reinstädtler, der als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall für Sozialpolitik zuständig ist, dem Onlineportal von ntv.

Erfreulicherweise würden immer mehr Ministerpräsidenten erkennen, dass der Vorschlag der Rentenkommission der Bundesregierung, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen, falsch seu, kommentierte Werneke den Widerstand mehrerer Länderchefs von SPD und CDU. "Die geplante Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte missachtet die Lebensleistung der betroffenen Menschen, daher muss diese Rentenform erhalten bleiben", so Werneke.

Themen zu diesem Artikel


SPD CDU Rente