Wolfenbüttel. Endlich ist es so weit: Der Neubau des Feuerwehrhauses in Halchter wurde jetzt offiziell an die Einsatzkräfte übergeben. Nach einer rund viereinhalbjährigen Projektlaufzeit und anderthalb Jahren Bauzeit verfügt die Ortsfeuerwehr nun über ein hochmodernes, funktionales und nachhaltiges Gebäude, das als Vorzeigeprojekt für die Modernisierung der Wolfenbütteler Stadtwehr gilt, berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.
In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Ivica Lukanic, dass das neue Gebäude weit mehr als eine bloße Immobilie sei: „Heute übergeben wir einen Ort, an dem Sicherheit organisiert, Gemeinschaft gelebt und Ehrenamt getragen wird.“ Er erinnerte an die Anfänge im Jahr 2021, als gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister und Bauausschussvorsitzenden Gerhard Kanter die ersten Planungen auf Basis des Feuerwehrbedarfsplans angestoßen wurden.
Feuerwehr Halchter unverzichtbarer Teil des Doflebens
„Dieses Haus ist ein Bekenntnis der Stadt Wolfenbüttel zum Ehrenamt und zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger“, erklärte der Bürgermeister. Die Feuerwehr sei ein „Vertrauensanker“ der Gesellschaft, was sich besonders bei Einsätzen wie Bränden, Unwettern oder Hochwasser zeige.
Ortsbürgermeister Gerhard Kanter bezeichnete die Einweihung als „guten Tag für Halchter“. Die Feuerwehr sei ein unverzichtbarer Teil des Dorflebens und der Gemeinschaft. „Kameradschaft und Einsatzbereitschaft kann man nicht bauen – sie wachsen aus Überzeugung“, so Kanter. Die stellvertretende Landrätin Christiane Wagner-Judith hob hervor, dass modernste Technik und neue Fahrzeuge ohne die Menschen dahinter wirkungslos blieben: „Ohne die Menschen, die sich einsetzen, Dienst tun und sich fortbilden, ist das alles nichts.“

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe von Bürgermeister Ivica Lukanic (rechts) an Ortsbrandmeister Pascal Hoppe und seine Stellvertreterin Janina Plagge.ging das Gebäude offiziell an die Ortswehr. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Starker Zusammenhalt in der Stadtfeuerwehr
„Stein und Mörtel bauen ein Haus, Geist und Liebe füllen es aus“, zitierte Stadtbrandmeister Olaf Glaeske und rief die Kameraden dazu auf, das Gebäude nun mit Leben und Erinnerungen zu füllen. Auch die überregionalen Feuerwehrvertreter würdigten die Investition. Regierungsbrandmeister Tobias Thurau überbrachte die Glückwünsche aller Feuerwehren des Aufsichtsbereiches. Er bezeichnete die Entscheidung von Rat und Verwaltung als „zukunftsträchtige Investition“, die ein Garant für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger der gesamten Stadt Wolfenbüttel sei. Kreisbrandmeister Florian Graf unterstrich die Bedeutung der kommunalen Unterstützung für die gesamte Kreisfeuerwehr. „Jede Unterstützung, die die Gemeinden und die Stadt Wolfenbüttel ihren Wehren zukommen lassen, ist am Ende auch ein Bonus für die Kreisfeuerwehr“, so Graf. Er lobte zudem die Leistungsfähigkeit der Wehr, die sich erst kürzlich durch den Erfolg der Jugendfeuerwehr beim Kreiswettbewerb gezeigt habe, und wünschte den Einsatzkräften eine stets gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen.
Emotionen und Geschichte: Der Blick des Ortsbrandmeisters
Ortsbrandmeister Pascal Hoppe blickte sichtlich bewegt auf den langen Weg zurück. Er erinnerte an seine Anfänge als Jugendwart im Jahr 2010 und das symbolische „Räuberhaus“, das er seinen Jugendlichen damals schenkte. „Wenn man vergleicht, wo wir herkommen und wo wir jetzt gelandet sind, sind die Investitionen hervorragend angelegt“, betonte Hoppe.
Nachhaltigkeit und modernste Technik
Das neue Feuerwehrhaus auf dem rund 1.700 Quadratmeter großen Grundstück setzt ökologische Maßstäbe. Der Neubau wurde in Holz-Hybridbauweise errichtet und verfügt über ein ressourcenschonendes Technikkonzept. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage versorgt nicht nur das Feuerwehrhaus selbst, sondern auch die benachbarte Kita und das Sportheim. Zudem speist eine Zisterne die Bewässerung des Sportplatzes mit Regenwasser. Auf einer Nutzfläche von rund 650 Quadratmetern bietet das zweigeschossige Gebäude optimale Arbeitsbedingungen: im Erdgeschoss Fahrzeughalle, Einsatz- und Bereitschaftsräume, im Obergeschoss Seminar- und Büroräume. Es gibt Umkleiden für 50 Männer und 18 Frauen sowie 13 Spinde für die Jugendfeuerwehr.

