Landes-LINKE: Neue Vorfälle im Kindergefängnis Lohne – Einrichtung muss geschlossen werden

von Marc Angerstein


| Foto: Ado



Die Linke im Landtag  hat ihre Forderung nach einer Schließung der geschlossenen Einrichtung für 10- bis 14-jährige Kinder in Lohne bekräftigt. Wie die Antwort der Landesregierung auf eine weitere Anfrage der Linksfraktion ergab, hat es allein seit Oktober letzten Jahres fünfzehn neue meldepflichtige Vorfälle gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Dazu gehören neun sogenannte Entweichungen der Kinder – das heißt, die Kinder sind schlicht abgehauen. In den anderen sechs Fällen kam es zu Tätlichkeiten gegen die Mitarbeiter“, sagte Patrick Humke, der sozialpolitische Sprecher der Fraktion. Für DIE LINKE ist es ein gefährlicher pädagogischer Irrweg, die Kinder, wie in Lohne, einfach wegzusperren. „Diese Kinder haben verschiedene Probleme und sie brauchen unterschiedliche Unterstützung, aber ganz sicher keine fünf Meter hohe Mauern um 260 Quadratmeter Außengelände“, so der Sozialexperte.

Befremdlich sei auch, dass es in der Einrichtung seit ihrer Eröffnung im Mai 2010 bereits elf Polizeieinsätze gegeben hat. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um Kinder handelt, die überwiegend noch nicht einmal strafmündig sind“, so Humke. In Hamburg sei vor wenigen Jahren ein ähnlich angelegtes Heim mit etwas älteren Jugendlichen wegen vergleichbarer Vorfälle gescheitert. „Ein wesentliches Indiz für das fehlerhafte Konzept ist die hohe Fluktuation. Die Einrichtung ist gerade mal eineinhalb Jahre alt und von den zehn fest angestellten Fachkräften mussten bereits sieben ausgetauscht werden“, sagte Humke.


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